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Geschichte

Der Ursprung dieser wunderschönen Messer ist Thiers, eine kleine, seit 500 Jahren für ihre Schneidwaren berühmte Stadt in der französischen Auvergne. Dort hat dieses Messer mit der so bekannten "Biene" seit Generationen Tradition. Ideal für den täglichen Gebrauch, sind diese Messer ständige Begleiter Ihrer stolzen Besitzer.

Das Laguiole >lajoll< im regionalen Dialekt ausgesprochen, ist jedoch nicht in dieser Gegend "geboren" worden, sondern kam von Andalusien in die Region. Obwohl es eine so lange Tradition hat, wurde es doch für lange Zeit vergessen und erst knapp vor 20 Jahren wiederentdeckt. Eine handvoll Handwerker aus Laguiole machte sich daran, die alte Kunst des Messerschmiedens wiederzubeleben. Mitllerweile sind die Laguiolemesser ein breit gehandeltes Gut und erfreuen den Sammler in verschiedensten Designs. Ihr Markenzeichen ist die "Fliege" oder auch "Biene" genannt. In dem Städtchen Laguiole leben 10% der Einheimischen vom Messerverkauf und sind sichtlich stolz auf Ihre Produkte. Was wohl die wenigsten wissen ist, dass die Messer ursprünglich gar nicht aus Laguiole stammen.

Zwar benutzten die einheimischen Schäfer und Handwerker schon immer ein ganz besonderes Messer, Capuchadou genannt, aber das war erstens starr und hatte zweitens eine Klinge, die in nichts dem eleganten Schwung des heutigen Laguiole ähnelte.In der ersten Häfte des 19. Jahrhundets gingen die jungen Männer als Gastarbeiter nach Andalusien und lernten dort ein Messer kennen, welches ihrem Capuchadou maßlos überlegen war.Die Hauptvorteile waren die kräftige, extrem scharfe Klinge und die Möglichkeit, das Messer auf praktische Weise zusammenzuklappen. Doch man lernte schnell und kopierte und imitierte die mittlerweile importierten Messer und verfeinerte diese elegant, bis der schöne, geschwungene Griff der Laguiole Messer entstand, der von der "Biene" gekrönt wurde. Das Messer wurde schnell berühmt und große Industrielle fertigten nun auch die Messer, in minderer Qualität dafür jedoch in Massen, was für die kleinen Schmieden das Aus bedeutete, da man preislich und mengenmäßig nicht mithalten konnte. 

Laguiole Schmieden

245 Laguiole Schmieden und der Aberglaube von Plagiaten

Es gibt derzeit ca. 245 Laguiole Schmieden in Frankreich und eine Vielzahl von Herstellern, die Laguiolemesser verkaufen, diese jedoch aus Kostengründen nicht in Frankreich fertigen lassen, sondern in Fernost. Es ist demnach auch nicht korrekt, was viele Leute annehmen, dass es nur eine original Schmiede gibt und der Rest seien billige Kopien. Weit verbreitet ist der Glaube, nicht in Frankreich gefertigte Messer seien Plagiate. Diese Meinung verbreiten gerne Verkäufer, die sich nur auf eine spezielle Marke spezialisiert haben. Eigentlich weiß ein jeder, dass es gerade japanische oder chinesische Messer in höchster Qualität gibt, warum sollte es also nicht gelingen, dort ein gutes Laguiole herzustellen? Denken Sie z.B. an die traditionellen japanischen Katanas, deren Schmiedekunst bis ins 15 Jahrhundert zurückreicht. 

Bei einem Laguiolemesser geht es doch primär um das Aussehen. Jede Schmiede und jeder Hersteller kreiert eigene Messervarianten und gerade diese Vielfalt macht es für Sammler interessant. Lassen Sie sich also nicht verunsichern, wenn Ihnen jemand erzählen möchte, es gäbe nur ein "echtes" Laguiole. Es gibt höchstens Qualitätsunterschiede und diese werden Sie meist nicht zuletzt auch am Preis erkennen. Ein Laguiolemesser, welches 300 EUR kostet muss natürlich hochwertiger verarbeitet sein als eines für 30 EUR.

Edle Griffvariationen
Das wohl schönste Merkmal von Laguiolemessern ist neben der traditionellen Form, die verschiedenen, edlen Griffmaterialien. Die Palette reicht vom Olivenholzgriff bis hin zum Griffstück aus Koralle oder Elfenbein. Eine sehr schöne Kombination sind auch die Griffe aus Aluminium und Holz. 

Tabelle Stahlsorten

Im Bemühen, unseren Service für Sie zu verbessern, finden Sie hier eine aktuelle Stahlliste. Alle einschlägigen Klingenstähle sind hier mit Legierungsbestandteilen und erreichbarer Rockwell-Härte aufgelistet.

  • Wichtigstes Legierungselement ist Kohlenstoff (C), ohne den der Stahl nicht härtbar wäre. Um Stahl härten zu können, muss der Kohlenstoffanteil zwischen 0,5 und 2,0% liegen. Ab 1,7%C lässt sich Stahl schlecht schmieden, bei über 2,0%C wird der Stahl spröde und ist zur Messerherstellung nicht mehr geeignet.
  • Das nächste wichtige Legierungselement ist Chrom (Cr). Es erhöht die Festigkeit und macht den Stahl rostbeständig. Ab 12%Cr wird ein Stahl als rostfrei bezeichnet. Absolute Korrosionsbeständigkeit gibt es aber bei Eisenwerkstoffen nicht.
  • Mangan (Mn) erhöht die Festigkeit
  • Molybdän (Mo) erhöht die Dauerstandfähigkeit und Schneidfähigkeit besonders in Verbindung mit V,W und Cr
  • Vanadium(V) verbessert die Warmfestigkeit
  • Wolfram(W) steigert die Festigkeit, erhöht die Härte und Schnitthaltigkeit wesentlich

C: Kohlenstoff, Cr: Chrom, Mo: Molybdän, V: Vanadium, Mn: Mangan, Si: Silizium, Co: Kobalt,
Cu: Kupfer, P: Phosphor, N : Stickstoff

Die Klingen der Laguiole Messer

Der nicht oxidierende Inox-Stahl A 440 wird auf Grund seiner Schärfe auch "Chirugenstahl" genannt. Er ist vor 15 Jahren von der französischen Stahlhütte BONPERTUIS, entwickelt worden und hat eine Rockwellhärte von 56.

Das Schmiedeverfahren ist sehr aufwendig und dadurch kostspielig. Es bedarf der strikten Einhaltung aller Schmiedevorgänge, um seine optimale Qualität zu erreichen. Ein wichtiges Kriterrium dabei ist die Einhaltung von 1060 Grad Celsius während des Tempervorgangs (Glühbehandlung). Die dazu erforderlichen Öfen stellen einen erheblichen Kostenfaktor bei der Produktion dar. Ein Unterschreiten der Temperatur um "nur" 30 Grad Celsius erhöht zwar die Lebensdauer der Öfen um etwa das zehnfache, aber bereits bei diesem geringen Temperaturunterschied treten erhebliche Qualitätseinbußen auf. 

Original Laguiole^

Die Klingen der Laguiole Messer

Der nicht oxidierende Inox-Stahl A 440 wird auf Grund seiner Schärfe auch "Chirugenstahl" genannt. Er ist vor 15 Jahren von der französischen Stahlhütte BONPERTUIS, entwickelt worden und hat eine Rockwellhärte von 56.

Das Schmiedeverfahren ist sehr aufwendig und dadurch kostspielig. Es bedarf der strikten Einhaltung aller Schmiedevorgänge, um seine optimale Qualität zu erreichen. Ein wichtiges Kriterrium dabei ist die Einhaltung von 1060 Grad Celsius während des Tempervorgangs (Glühbehandlung). Die dazu erforderlichen Öfen stellen einen erheblichen Kostenfaktor bei der Produktion dar. Ein Unterschreiten der Temperatur um "nur" 30 Grad Celsius erhöht zwar die Lebensdauer der Öfen um etwa das zehnfache, aber bereits bei diesem geringen Temperaturunterschied treten erhebliche Qualitätseinbußen auf. 

Original Laguiole

Die Ressorts

Das Ressort ist das Kernstück eines jeden Laguiole-Messer. Es arretiert die Klinge in geöffnetem Zustand und verhindert in geschlossenem Zustand ein Aufspringen der Klinge.

In der Regel besteht das Ressort aus einem Stück geschmidetem Federstahl und einer aufgeschweißten Biene/Fliege. Die Verzierungen auf dem Ressort heißen "Guillochen".

Bei einigen Sondereditionen werden die Ressorts besonders Aufwendig hergestellt, verziert und zusammen mit der Biene aus einem Stück gemacht. Z.B. die Edition Cisele von Le Fidele oder gar Cisele Platines von Le Fidele mit einem extra breiten Guillochierung.

Original Laguiole 

Die Griffschalen / Ressort

Es gibt eine unglaubliche Auswahl an Hölzer und Materialien für die Griffschalen. Längst werden nicht nur die traditionellen einheimischen Hölzer genutzt, welche in dem Heimatland der Laguiole-Messer wachsen - Frankreich.

Heute werden die Griffe aus Hölzer gefertigt, welche den Anspruch von Exklusivität und absolute optische Perfektion in höchstem Maße gerecht werden:
- Amourette aus Südamerika
- Ebenholz aus Afrika
- Horn aus Spanien
- Wachholder, Thuya, Bruyere, Palisander
- Aluminium und viele andere

Original Laguiole

Pflege der Laguiole Messer

Hier einige Tipps, damit Sie lange Freude an Ihrem Laguiole-Messer haben.

  • Schärfen Sie Ihr Laguiole-Messer mit einem geeigneten Schleifstein, z.B. mit unserem Abziehstein von le Fidele
  • Pflegen Sie die Holzgriffschalen ab und zu mit einem Tropfen Sonnenblumen- oder Olivenöl
  • Reiben Sie die Stahlklingen gelegentlich mit einem geölten Lappen ein, um diese vor Oxidation zu schützen
  • Auch die Mechanik sollte von Zeit zu Zeit mit eine speziellen harzfreien Waffenöl geölt werden.
  • Ganz wichtig ist es vor allem, dass Sie das Laguiole-Messer nie in die Spülmaschine stellen. Die Griffe der Laguiole-Messer sind aus Edelhölzer und natürlichen Materialien, welche empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren. Nur bei sehr starker Verschmutzung sollte man diese feucht abwischen. Spülmittel greifen Holz und Horn an, daher vorsicht bei der Anwendung!

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