
Kalkstein
Dieser Griff sieht aus wie ein Stück Landschaft. Das ist kein Zufall: Das Vorbild liegt in der Türkei und ist zehntausend Jahre alt.
Herkunft & Charakter
Im Westen der Türkei liegt Pamukkale, das „Baumwollschloss". Dort tritt 35 Grad warmes Thermalwasser aus dem Boden, gesättigt mit gelöstem Kalk. An der Luft entweicht das Kohlendioxid, der Kalk fällt aus und wächst zu schneeweißen Sinterterrassen, ungefähr einen Millimeter im Jahr. Seit 1988 gehört Pamukkale zum Welterbe der UNESCO.
Ein paar Kilometer weiter, in Karahayıt, sprudeln dieselben Quellen, nur eisenhaltig. Dort sind die Terrassen rostrot bis kupferfarben. Genau dieses Farbspiel findet sich im Stein wieder: Eisen macht das Rot, Kupferspuren das Grün, Mangan das Tiefschwarz. Jede Ader ist eine Wachstumsschicht, eine Art Jahresring aus Stein.
Kurz-Fakten auf einen Blick
- Sinterkalk, entstanden aus Thermalwasser, Vorbild Pamukkale
- Wächst etwa einen Millimeter im Jahr, jede Ader eine Schicht
- Farbe durch Mineralien: Eisen rot, Kupfer grün, Mangan schwarz
- Im Vakuum mit Kunstharz stabilisiert, dann wasserfest und polierbar
- Kein Nachölen nötig, jeder Griff ein Unikat
Vom porösen Stein zum Messergriff
Reiner Kalkstein wäre für einen Messergriff zu porös und zu spröde. Kalk hat auf der Härteskala nach Mohs nur den Wert 3, er lässt sich mit einer Kupfermünze ritzen, und Sinterkalk ist von unzähligen feinen Poren durchzogen. Deshalb wird er stabilisiert: Im Vakuum durchtränkt man den Stein mit Kunstharz, das in jede Pore zieht, und härtet ihn anschließend unter Druck aus.
Das Ergebnis ist wasserfest, formstabil und lässt sich auf Hochglanz polieren. Die Zeichnung tritt dabei noch deutlicher hervor, weil das Harz die Poren füllt und die Farbschichten klar voneinander absetzt. Anders als bei Holz muss dieser Griff nie nachgeölt werden. Er arbeitet nicht, er reißt nicht, und er nimmt keine Feuchtigkeit auf.
An der Edition 2020 von Le Fidèle
An der Edition 2020 von Le Fidèle ergibt das einen Griff, der mineralisch und kühl wirkt und dennoch modern. Vier Farben stehen zur Wahl: Rot, Grün, Schwarz und Blau. Rot und Grün entsprechen den natürlichen Färbungen durch Eisen und Kupfer, Schwarz dem Mangan, Blau ist eine Einfärbung des Harzes.
Kein Griff gleicht dem anderen, so wie keine Terrasse in Pamukkale der anderen gleicht. Die Adern laufen bei jedem Stück anders, mal in feinen parallelen Linien, mal in Wolken und Schlieren.
Kalk in der Kulturgeschichte
Kalkstein ist eines der ältesten Baumaterialien der Menschheit. Die Pyramiden von Gizeh sind aus Kalkstein gebaut, ebenso ein großer Teil der antiken Städte rund um das Mittelmeer. Sinterkalk, wie er in Pamukkale entsteht, wurde schon in der Antike geschätzt: Die Stadt Hierapolis wurde direkt an den Terrassen gegründet, ihre Thermen waren über die ganze römische Welt bekannt.
Ein Laguiole mit Kalksteingriff trägt damit ein Material in der Hand, das langsamer gewachsen ist als jedes Holz und dessen Farben aus dem Boden kommen, nicht aus einem Farbtopf.
Pflegehinweis
Einziger Pflegehinweis: Handwäsche. Mit einem feuchten Tuch abwischen und trocknen. Keine Spülmaschine, wie bei allen Laguiole-Messern.
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Taschenmesser Le Fidele, Edition 20/20 KALK rot, brosse
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Taschenmesser Le Fidele, Edition 20/20 KALK schwarz, brosse
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Taschenmesser Le Fidele, Edition 20/20 KALK blau, brosse
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Taschenmesser Le Fidele, Edition 20/20 KALK grün, brosse
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