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Angeregt durch eine Idee von @Leonidas starten wir nun die Entwicklung einer besonderen Edition zu Ehren von Albrecht Dürer.
Das schöne ist, dass man dazu die Deutsche und die Französische Tradition verbinden kann.
Die Frage ist nun welches seiner Werke umgesetzt werden soll, wie die Biene bzw. die Guillocahge aussehen sollen und welche Materialien dazu benutzt werden könnten.
Dazu muss ich vermerken, dass man dem Messermacherkünstler viele Vorgaben machen kann, aber ich begrüße immer auch den künstlerischen Input, welches letztlich das Messer nicht zu einer Kopie irgendeiner Idee von Albrecht Dürer macht, sondern ein eigenständiges Kunstwerk wird. Auch würd ich zum Beispiel nicht seine Initialen benutzen AD nutzen oder einsetzen, da es sich hier nicht um sein Messer handelt oder ein von ihm entwickeltes Messer ist. Man muss immer sehr vorsichtig mit solchen Sachen sein.
Ich persönlich halte die "Betenden Hände" von ihm in einer leicht verfremdeten Version als das beste Motiv für eine Biene. Dieses Bild war für mich der Grund trotzt großer Skepsis meinerseits doch eine solche Edition zu machen. Diese Hände sind die Verbindung zu der Legende, dass die Laguiole Messer früher in dem Brot eingesteckt wurden und der Hirte an dem Kreuz, welches heute sich noch in dem Griff befindet, gebetet hat. Dazu die Biene mit den betenden Händen - wahnsinnig passend. Dies kann ich dann auch sehr gut in einem Video präsentieren. Daher wird diese Version auf jeden Fall umgesetzt 😊
Welche Ideen habt ihr noch dazu? Welche Guillocahge, welche Materialien für den Griff. Ich denke eine Damastklinge würde auch gut zu seiner Zeichnungen passen. Ebenso wäre ein Mittelsteg mit feinen Verzierungen sehr passend.

Hallo Mr Laguiole,
ich bewundere Deinen Mut, kann mir aber auch vorstellen, dass es Käufer geben könnte.
Aus den vielen Möglichkeiten, Werke von Dürer zum Thema zu machen, hast Du Dich für die "Betenden Hände" entschieden.
Hier würde ich dann auf jeden Fall auch das Hirtenkreuz auf dem Griff mit einbinden, da es thematisch passen würde.
Beste Grüße
Blue Dragon
Es geht weiter:
In Anlehnung an die Kupferstiche Dürers, wären Doppelplatinen in Kupfer möglich?
Als Griffmaterial würde ich ein schönes, altes und dunkles Holz wählen.
Beste Grüße
Blue Dragon
Kupfer als Platinen finde ich innovativ, hat Dürer doch sowohl berühmte Kupferstiche als auch Holzschnitte ausgeführt. Falls es ermittelbar ist, welches Holz er für die Schnitte verwendet (vermutlich heimisches Holz), könnten dies die Griffschalen werden.
Es soll ja eine Damastklinge werden, da bietet sich ggf. auch eine San-Mai Damastklinge mit Kupferlage an, allerdings gibt es leider keinen Bezug zu jap. Schmiedekunst…
Dürer war auch der Mathematiker unter den damaligen Künstlern. In seinem berühmten Kupferstich Melencolia I findet sich ein magisches Quadrat, dessen Zeilen, Spalten, Diagonalen, die Zahlen in den 4 Quadranten, die 4 Zahlen im Zentrum und die 4 Zahlen in der Ecke stets dieselbe Summe 34 ergeben und das in seinen beiden mittleren unteren Feldern das Entstehungsjahr 1514 angibt – in den Feldern links und rechts daneben zeigen zudem die Ziffern 4 und 1 die Initialen Dürers im Alphabet an (4 entspricht dem vierten Buchstaben des Alphabets, also dem D wie Dürer, die 1 dem ersten Buchstaben, also dem A wie Albrecht).

Weiterhin hat er erkannt, dass Ellipse, Parabel und Hyperbel allesamt Kegelschnitte sind. Insofern könnte man dieses Quadrat oder auch die mathematischen Figuren als Guillochage ausführen, nicht zu vergessen die Spiralen bis hin zur logarithmischen Spirale, mit denen er sich beschäftigt hat.
So, der Akku meines Gerätes hat nur noch 34% 😉…
Viele Grüße
ERübe
Google kennt die Antwort: Im Europa des 15. Jahrhunderts verwendeten Drucker wie Albrecht Dürer Birnenholz für ihre Holzschnitte. Sowohl Kirsch- als auch Birnenholz sind Harthölzer, die beim Schnitzen feine Linien aufweisen und ihre Details auch nach wiederholtem Drucken beibehalten. Andere Harthölzer können ebenfalls verwendet werden. Dazu gehören Ahorn, Birke, Buche und Walnuss .
Unter den Griffmaterialien kann ich die Birne leider nicht finden. Eventuell ist dies die Gelegenheit für eine weitere Innovation, sonst sind Ahorn, Birke und Buche verfügbar, allerdings eher nicht als Maserknolle…
Ich habe noch einen halben Apfelbaum hier liegen, gut abgelagert 😉.
Die Beispiele von ERübe zur Gestaltung sind vielleicht etwas zu speziell für die erste Auflage eines solchen Messers.
Wären da bekanntere Motive nicht ratsamer?
Beste Grüße
Blue Dragon
Apfelbaum, auch schön … 😉 Die Quellen berichten, dass vorrangig Obstholz für Holzschnitte verwendet wurde, also her damit 😉
Leider ist Birne nicht als stabilisiertes Material verfügbar, ich habe bei Raffir und Novawood nachgesehen.
Zum magischen Quadrat war meine Idee, das man damit direkt ein berühmtes Werk zitieren kann, wahrscheinlich bedarf es aber der Erläuterung mittels eines beiliegenden Faltblattes.
Passend zu den Spiralen habe ich ein (public domain) Stickmuster gefunden (1521), woraus sich Elemente hervorragend als Guillochage-Vorlage eignen. David Dauvillaire wird das schon hinbekommen …



Viele Grüße
ERübe
AD hat bereits mit 13 Jahren sein erstes Selbstporträt in der Silberstichtechnik gefertigt, die - wenn ich es richtig verstanden habe, keine Fehler erlaubt. Da sehe ich eine Parallele bis in die Neuzeit, soweit der Messerkünstler u.a. bei der Verzierung des Messerrückens eine vergleichbare Herausforderung zu bewältigen hat. Aber auch die traditionelle Handwerkskunst mit der Detailliebe lässt generell eine Brücke vom Kupfer- und Holzstich - den AD perfektioniert hat - bis in die Gegenwart beider Länder zu.
Schön auch (fürs Video) die Begegnung AD mit seinem Malerfreund Bellini, dem er auf die Frage, welchen speziellen Pinsel er für den Feldhasen genutzt habe, antwortete: Das könne er mit jedem Pinsel…AD wird
zudem nachgesagt, er habe Alltagsgegenstände zeichnerisch „ magisch aufladen“ können, z.B. ein schlichtes „Kissen“. Das ist eine schöne Vorstellung, wenn man diesen Gedanken auf die Messermacherkunst überträgt.
Der Mittelsteg (Silber ?) könnte - wie angesprochen- kleine Gravuren z.B. aus den Gegenständen der Melencolia aufgreifen, mit der zudem die Detailtreue eines AD symbolisiert werden könnte.

Die Wahl des zum Thema passenden Materials für den Griff empfinde ich als besonders herausfordernd: Das überlasse ich lieber den Fachleuten innerhalb und außerhalb der Community (Obstholz (?), Linde wäre wohl ungeeignet.) - Als „Monochrom-Künstler“ wäre für AD auch ein modernes „black and white“ denkbar, in allen - ästhetisch herausgehobenen Variationen, hier mal mit „Turmalin:

Ansonsten noch ein paar Anregungen für das Brainstorming, Stichwort Holz und Beispiele Melencolia:


Abschließend noch - Verzeihung - eine (etwas voreilige) Idee für den Namen: „Nemesis“ (Stich von AD, Siegesgöttin als humanistisches Ideal…).
VG in die Runde.