Sycomore (Bergahorn)
Sycomore - der Bergahorn - ist eines der hellsten heimischen Hölzer: fein, edel und in seiner geriegelten Form von faszinierender Tigerzeichnung.
Herkunft & Charakter
Bergahorn zählt zu den hellsten Hölzern Europas. Es ist feinporig, homogen strukturiert, hart und mittelschwer, dabei elastisch und sehr abriebfest - und gehört zu den am geringsten schwindenden heimischen Holzarten. Eine gesuchte Wuchsbesonderheit ist der Riegelahorn: Ein welliger Faserverlauf erzeugt eine tigerstreifenartige Maserung, die im Licht lebendig schimmert. Unter Lichteinfluss wechselt die Farbe sanft ins Gelblichbraune. Nicht ohne Grund wird Bergahorn auch für die Rücken feiner Streichinstrumente verwendet.
Kurz-Fakten auf einen Blick
- Sehr helles, feinporiges Holz
- Hart, elastisch und formstabil
- Teils geriegelte Tigermaserung
- Dunkelt unter Licht sanft nach
- Edles Holz des Instrumentenbaus
Der Schutzbaum
Dem Ahorn schrieb man früher schützende Kräfte zu: Mit seinem Holz versuchte man, Unheil, Hexen und sogar Blitzschläge von Haus, Hof und Feld fernzuhalten. So steht der Bergahorn sinnbildlich für Schutz, Klarheit und Reinheit.
Ein Laguiole mit Sycomore-Griff wirkt hell und leicht in der Hand - und zeigt bei geriegelter Maserung ein Spiel, das man immer wieder neu betrachtet.
Wie die Flammen ins Holz kommen
Die tigerartige Zeichnung des Riegelahorns - im Instrumentenbau spricht man von Flammung - ist keine Farbe und kein Muster im eigentlichen Sinn. Sie entsteht durch einen wellenförmigen Faserverlauf: Die Holzfasern sind nicht gerade ausgerichtet, sondern wechseln ihre Richtung in regelmäßigen Wellen.
Schneidet man ein solches Stück auf, treffen die Fasern in immer neuen Winkeln auf die Oberfläche und reflektieren das Licht unterschiedlich stark. Das Ergebnis sind abwechselnd helle und dunkle Streifen - und weil es Reflexion ist und kein aufgedrucktes Muster, wandert die Flammung mit dem Blickwinkel. Neigt man den Griff, tauschen helle und dunkle Bänder scheinbar die Plätze. Ein Effekt, den keine Lackierung nachahmen kann.
Das Holz der Geigenbauer
Genau deshalb ist Bergahorn eines der begehrtesten Hölzer des Instrumentenbaus. Traditionell werden daraus Boden, Zargen, Hals, Schnecke und Steg von Streichinstrumenten gefertigt - während die Decke aus Fichte besteht. Wer eine Geige von hinten betrachtet, sieht fast immer geflammten Bergahorn.
Für den Instrumentenbau besonders geschätzt ist Holz aus Höhenlagen: Der geflammte Bergahorn, der im Geigenbau verwendet wird, wächst überwiegend oberhalb von 1.000 Metern. Dort wächst der Baum langsamer, und das Holz wird feiner und gleichmäßiger.
Ein Laguiole mit geriegeltem Sycomore-Griff trägt damit dasselbe Holz wie der Rücken einer Violine - und dasselbe Lichtspiel.
Pflegehinweis
Mit leicht feuchtem Tuch reinigen und trocknen. Gelegentlich mit etwas Holzöl pflegen. Wie alle Laguiole-Messer niemals in die Spülmaschine geben.
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