
Maipfeiferl schnitzen
Wie bin ich zu diesen einzigartigen Messern gekommen?
Kurt A

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Eine Narbe, ein Maipfeiferl und der lange Weg zum Laguiole
Manche Geschichten braucht man nur zwei Sätze lang zu lesen, um zu wissen: Das ist einer von uns.
Fünf oder sechs Jahre alt, das erste richtige Messer, über dem eigenen Oberschenkel geschnitzt. Fünf Zentimeter Narbe. Und – das ist der entscheidende Teil – die Liebe zum Messer blieb trotzdem. Wer heute Kindern kein Messer mehr in die Hand geben will, sollte diesen Absatz zweimal lesen. Genau so lernt man es. Nicht aus einem Sicherheitsvideo, sondern weil man einmal falsch geschnitten hat und der Körper sich das für immer merkt.
Dass es dabei ums Maipfeiferl ging, macht die Sache noch schöner. Ein Brauchtum, das ohne Messer nicht existiert, das nur in diesem schmalen Zeitfenster funktioniert, wenn die Bäume im Saft stehen. Vom Vater an den Sohn weitergegeben. Genau die Art Wissen, die verschwindet, wenn niemand mehr ein Messer dabei hat.
Dann der klassische Weg: Veitl, Schweizer, Wurfmesser, Butterfly, Lederhosenmesser. Laguiole kannte man, aber als Student war es nicht drin. Das kenne ich von so vielen – die Faszination ist längst da, nur das Konto sagt nein.
Und was für ein Weg das dann wurde. Erst die Esse von der Familie, dann das erste selbstgeschmiedete Damastmesser. Wer einmal am Amboss gestanden hat, schaut anders auf ein fertiges Messer. Man sieht die Arbeitsschritte, nicht nur das Ergebnis.
Das Robert David mit der Fliegenfischerfliege, das jahrelang im Auto lag und heuer zum Sohn des besten Freundes weiterwanderte, im Tausch gegen eines mit Eichelhäherfeder – solche Geschichten liebe ich. Diese Messer sind keine Vitrinenware, sie haben Biografien.
Auslöser für alles Weitere war dann eine hitzige Diskussion über die richtige Aussprache. Ich sag's ungern, aber diese Debatte hat schon Freundschaften auf die Probe gestellt. Immerhin führt sie zuverlässig zu meinen Videos – und offenbar direkt zum Schmuckmesser de Luxe.
Ein Hermès fehlt also noch, und es wird darauf gespart. Auch das gehört dazu. Ein Messer, auf das man hinsparen musste, hält man anders in der Hand.
Und der Vater als Juwelier – da schließt sich der Kreis. Es ist dasselbe Auge: Detail, Material, Proportion. Ein eigenes Laguiole mit Edelsteinen? Bitte melde dich, wenn es soweit ist. Das will ich sehen.
Danke für diese Geschichte. Sie hat alles: Narbe, Brauchtum, Amboss und einen offenen Wunsch.
Mr. Laguiole 🐝
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