Wie bin ich zu diesen einzigartigen Messern gekommen?
Meine Leidenschaft zu Messer ergab sich schon als ich ca. 5/6 Jahre alt war und mein erstes normales Messer zum „Maipfeiferl schnitzen“ bekommen habe.
Leider Klingenarten uvmüber meinem Oberschenkel geschnitzt und mich geschnitten - eine 5cm Narbe erinnert mich noch immer daran. Die Liebe zu Messern blieb aber.
Dann folgte ein klassischer Veitl, ein Schweizer Messer, ein Wurfmesser, ein Butterfly, ein Lederhosenmesser uvm.
Laguiole war mir damals schon ein Begriff aber als Student konnte ich es mir leider nicht leisten.
Ich war aber immer fasziniert von der Machart, den einzigartigen Details und den viel Schritten wie so ein Messer hergestellt wird.
Vor 4 Jahren bekam ich dann einen schmiedendes von meiner Familie geschenkt und schmiedete ich mir dann mein erstes eigenes Damastmesser, das war auch die Zeit wo ich mir mein erstes Original Laguiole Messer von Le Thiers Robert David mit einer Fliegenfischerfliege im Griff und Korkenzieher gekauft habe. Seitdem lag es immer in meinem italienischen Auto immer drinnen.
Da der Sohn meines besten Freundes ein Fischer ist, luchste mir mein Freund dieses Messer heuer zu Weihnachten ab. Im Gegenzug bekam ich ein schönes Laguiole von Robert David mit Eichelhäherfeder.
Dann kann es zu einer heissen Diskussion zwischen meinem besten Freund und mir wie man diese „französischen Messer“ korrekt ausspricht.
So kam ich zu deinen Videos und sah das schöne Schmuckmesser de luxe und ich war schon wieder Feuer und Flamme. Dann schaute ich mir stundenlang deine Videos an - deine Erklärungen der Unterschied zwischen Made in China vs Made in France, die unterschiedlichen Bienen, Klingenarten uvm.
Ich musste dann dieses wunderschöne Schmuck Messer und eine wunderschöne Lederaufbewahrungstasche für zwei Laguiole bestellen.
Es fehlt mir jetzt noch eines - nachdem ich ein Hermes Typ bin muss ich dieses Exemplar unbedingt haben und spare jetzt darauf!
Das ist meine Geschichte.
Ps: Mein Vater ist Juwelier und schätz auch das schöne, detailverliebte an Messern und auch an den Edelsteinen - irgendwann erstell ich mir mein eigenes Laguiole mit ein paar schönen Edelsteinen!
Beim Maipfeiferl-Schnitzen handelt es sich um ein altes Brauchtum, das früher sehr oft praktiziert wurde. Das Wissen über die Herstellung wurde üblicherweise von den Vätern oder Großvätern an die Kinder weitergetragen. Die Zeit zwischen Ende April und Anfang Mai bietet sich für das Schnitzen eines Maipfeiferls besonders an, da zu dieser Zeit die Bäume im “Saft” stehen und somit besonders viel Wasser von den Wurzeln in die Baumkrone transportieren. Dadurch lässt sich die Rinde leicht vom Stamm lösen, was für eine erfolgreiche Herstellung sehr wichtig ist.
Kurt A
1 Kommentar
★ Mr. Laguiole
06.08.2026 16:16
Eine Narbe, ein Maipfeiferl und der lange Weg zum Laguiole
Manche Geschichten braucht man nur zwei Sätze lang zu lesen, um zu wissen: Das ist einer von uns.
Fünf oder sechs Jahre alt, das erste richtige Messer, über dem eigenen Oberschenkel geschnitzt. Fünf Zentimeter Narbe. Und – das ist der entscheidende Teil – die Liebe zum Messer blieb trotzdem. Wer heute Kindern kein Messer mehr in die Hand geben will, sollte diesen Absatz zweimal lesen. Genau so lernt man es. Nicht aus einem Sicherheitsvideo, sondern weil man einmal falsch geschnitten hat und der Körper sich das für immer merkt.
Dass es dabei ums Maipfeiferl ging, macht die Sache noch schöner. Ein Brauchtum, das ohne Messer nicht existiert, das nur in diesem schmalen Zeitfenster funktioniert, wenn die Bäume im Saft stehen. Vom Vater an den Sohn weitergegeben. Genau die Art Wissen, die verschwindet, wenn niemand mehr ein Messer dabei hat.
Dann der klassische Weg: Veitl, Schweizer, Wurfmesser, Butterfly, Lederhosenmesser. Laguiole kannte man, aber als Student war es nicht drin. Das kenne ich von so vielen – die Faszination ist längst da, nur das Konto sagt nein.
Und was für ein Weg das dann wurde. Erst die Esse von der Familie, dann das erste selbstgeschmiedete Damastmesser. Wer einmal am Amboss gestanden hat, schaut anders auf ein fertiges Messer. Man sieht die Arbeitsschritte, nicht nur das Ergebnis.
Das Robert David mit der Fliegenfischerfliege, das jahrelang im Auto lag und heuer zum Sohn des besten Freundes weiterwanderte, im Tausch gegen eines mit Eichelhäherfeder – solche Geschichten liebe ich. Diese Messer sind keine Vitrinenware, sie haben Biografien.
Auslöser für alles Weitere war dann eine hitzige Diskussion über die richtige Aussprache. Ich sag's ungern, aber diese Debatte hat schon Freundschaften auf die Probe gestellt. Immerhin führt sie zuverlässig zu meinen Videos – und offenbar direkt zum Schmuckmesser de Luxe.
Ein Hermès fehlt also noch, und es wird darauf gespart. Auch das gehört dazu. Ein Messer, auf das man hinsparen musste, hält man anders in der Hand.
Und der Vater als Juwelier – da schließt sich der Kreis. Es ist dasselbe Auge: Detail, Material, Proportion. Ein eigenes Laguiole mit Edelsteinen? Bitte melde dich, wenn es soweit ist. Das will ich sehen.
Danke für diese Geschichte. Sie hat alles: Narbe, Brauchtum, Amboss und einen offenen Wunsch.
Mr. Laguiole 🐝