
Auf den Spuren von Jeanne d’Arc – und ein Glas Burgund im Gepäck
In Vaucouleurs standen wir an der Porte de France, jenem Tor, durch das Jeanne d’Arc im Februar 1429 die Stadt verließ. Ein unscheinbarer Ort eigentlich – und doch bekommt er eine ganz besondere Bedeutung, wenn man weiß, dass hier ihr Weg begann, der sie schließlich bis zum französischen Thronfolger und mitten in die französische Geschichte führte.
Weiter ging es nach Domrémy-la-Pucelle, Jeannes Heimat und Geburtsort. Das kleine Dorf, die ruhige Landschaft und das schlichte Elternhaus lassen erahnen, wie weit die Lebenswelt dieses Bauernmädchens von der großen Geschichte entfernt gewesen sein muss, die vor ihr lag.
Über dem Ort erhebt sich die beeindruckende Basilika Sainte-Jeanne-d’Arc. Ihre Darstellungen erzählen Jeannes Geschichte und machen aus dem einfachen Mädchen von Domrémy die Jeanne d’Arc, die heute als französische Nationalheldin verehrt wird.
Nach so viel Geschichte war es Zeit für einen ganz anderen Teil Frankreichs: Burgund.
Rund um Couchey erkundeten wir die Weinberge der Côte de Nuits. Hier dreht sich vieles um kleine Parzellen, unterschiedliche Böden und die besondere Lage jedes einzelnen Weinbergs. Besonders interessant fanden wir die Lage Champs Perdrix bei Marsannay-la-Côte, die zu den bekannten Lagen der Appellation Marsannay zählt. Die steinigen, kalkhaltigen Böden und die gute Ausrichtung des Hangs bieten beste Voraussetzungen für elegante, charaktervolle Weine. Die Gegend ist vor allem für ihren Pinot Noir berühmt, aber auch Chardonnay findet hier seinen Platz.
Folgt man der Straße der Grand Crus von Dijon aus nach Süden, sieht man einige der berühmtesten Parzellen Burgunds.
Natürlich blieb es nicht beim Anschauen der Weinberge. Viele Weingüter bieten Verkostung und Verkauf an. Immer wurden wir freundlich empfangen und gut beraten. So verkosteten wir burgundische Weine, probierten Pinot Noir und Chardonnay und ließen uns ein wenig von dieser besonderen französischen Lebensart anstecken.
Vielleicht ist genau das der Reiz dieser Reise: Erst wandeln wir auf den Spuren einer jungen Frau, die auszog, um Frankreich zu verändern – und wenig später sitzen wir zwischen Weinbergen und genießen ein Glas Burgund.
Geschichte und Genuss. Jeanne d’Arc und Pinot Noir. Zwei sehr unterschiedliche Seiten Frankreichs – und beide bleiben uns in Erinnerung.
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1 Kommentar
Was für ein schöner Bericht. Mir gefällt besonders der Bogen, den du schlägst: erst Domrémy, wo alles anfing, und wenig später ein Glas Pinot Noir zwischen den Reben. Frankreich kann beides, und du hast beides mitgebracht.
Eine Kleinigkeit, die zu deiner Marsannay-Geschichte passt: Marsannay ist das einzige Weindorf im Burgund, dessen Weine es in allen drei Farben gibt - Rot, Weiß und Rosé. Für seinen Rosé ist es sogar berühmt. Wenn du das nächste Mal dort verkostest, frag danach.
Und jetzt verrate uns noch, welches Laguiole beim Käse dabei war.
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