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Messing Laguiole Messer - Warmes Gold, das mit den Jahren erzählt
Griffmaterial

Messing Laguiole Messer - Warmes Gold, das mit den Jahren erzählt

Messing ist der wärmste aller Metalltöne. Kein kühles Silbergrau, kein aufdringliches Gold, sondern ein tiefes, honigfarbenes Leuchten, das sich mit jedem Jahr verändert. An einem Laguiole findet man es an den Platinen, an den Nieten, manchmal am ganzen Griff - und immer dort, wo Wärme in ein Messer kommen soll.

Kurz-Fakten

  • Werkstoff: Legierung aus Kupfer und Zink
  • Farbe: von rötlichem Goldton bis hellem Gelb, je nach Zinkanteil
  • Eigenschaften: gut formbar, hervorragend polierbar, widerstandsfähig gegen Korrosion
  • Besonderheit: bildet mit der Zeit eine eigene Patina - jedes Messer altert anders
  • Am Laguiole: Platinen, Nieten, Zwingen und Griffschalen

Messing entsteht, wenn Kupfer mit Zink verschmolzen wird. Das Mischungsverhältnis entscheidet über alles: Je mehr Kupfer, desto rötlicher und weicher; je mehr Zink, desto heller und härter. Diese Freiheit macht Messing seit Jahrtausenden zu einem der beliebtesten Werkstoffe überhaupt - lange bevor jemand wusste, dass es sich um eine Legierung handelt, gossen Handwerker daraus Schalen, Instrumente und Beschläge.

Für den Messerbau ist Messing aus zwei Gründen ideal. Es lässt sich präzise bearbeiten, feilen, bohren und auf Hochglanz bringen, ohne zu splittern oder zu reißen. Und es ist beständig: Anders als Eisen rostet es nicht. Was viele für Verschleiß halten, ist in Wahrheit eine Schutzschicht.

Denn Messing bleibt nicht, wie es ist. An der Luft und durch die Berührung mit der Hand dunkelt es nach, wird tiefer, samtiger, manchmal fast bronzefarben. Diese Patina ist kein Makel, sondern eine Chronik: Sie zeigt, dass ein Messer benutzt wurde. Wer den ursprünglichen Glanz zurückholen möchte, poliert das Metall mit einem weichen Tuch und etwas Messingpolitur. Wer die Patina schätzt, lässt sie einfach wachsen.

Am Laguiole spielt Messing seine Rolle oft im Verbund. Eine dunkle Holzschale wie Ebenholz gewinnt durch messingfarbene Platinen enorm an Tiefe, helle Materialien wirken daneben klarer. Auf einigen Editionen trifft Messing zudem auf Kupfer - zwei verwandte Metalle, deren Farbtöne sich gegenseitig verstärken.

Ein Messing-Laguiole ist deshalb kein Messer für Vitrinen. Es ist eines für Menschen, denen es gefällt, wenn ein Gegenstand die Spuren seines Lebens zeigt, statt sie zu verstecken.

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 1995 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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