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Laguiole 11, 12, 13 oder 14 cm? Welche Größe zu Ihnen passt!
Erfahrungsberichte

Laguiole 11, 12, 13 oder 14 cm? Welche Größe zu Ihnen passt!

von Mr. Laguiole · 12.08.2026 · Erfahrungsberichte

Es gibt Fragen, die ich fast täglich höre, und diese steht ganz weit oben: Welche Größe soll ich nehmen? Elf, zwölf, dreizehn oder vierzehn Zentimeter? Meistens folgt dann eine kurze Pause, und dann kommt der Satz, der mir zeigt, wo das eigentliche Problem liegt: "Zwölf Zentimeter Klinge sind doch ziemlich viel, oder?"

Nein. Und genau da fangen wir an.

Zuerst das Missverständnis, das fast alle mitbringen

Bei so gut wie jedem Messer dieser Welt meint eine Größenangabe die Klingenlänge. Ein Kochmesser mit 20 cm hat eine Klinge von 20 cm. Ein Officemesser mit 10 cm hat eine Klinge von 10 cm. So lernt man das, und so steht es in jedem Katalog.

Beim Laguiole ist es anders. Hier meint die Angabe die Länge des geschlossenen Messers, also im Grunde die Länge des Griffs. Ein 12er Laguiole ist zusammengeklappt zwölf Zentimeter lang. Die Klinge misst deutlich weniger, und aufgeklappt kommt das Messer auf ungefähr das Doppelte.

Diese eine Information ändert alles. Wer sie nicht kennt, hält ein 11er für ein Spielzeug und ein 14er für ein Trumm, mit dem man auf die Jagd geht. Beides stimmt nicht.

Warum das so ist, hat mit der Herkunft zu tun. Ein Laguiole war nie ein Küchenmesser, das man an der Klinge misst. Es war das Messer, das ein Hirte in der Tasche hatte, und dort zählt, wie viel Platz es einnimmt und wie es in der Hand liegt. Genau das sagt die Grifflänge, und genau deshalb ist sie bis heute die Angabe geblieben.

Vier von fünf Laguiole sind zwölf Zentimeter lang

Etwa 80 Prozent aller Laguiole werden in 12 cm gefertigt. Der ganze Rest verteilt sich auf 11, 13 und 14 Zentimeter und ein paar Sondergrößen.

Diese Zahl ist keine Marketingaussage, sie ist schlicht die Herstellungsmenge. Über Jahrzehnte hat sich eingependelt, was die Menschen tatsächlich kaufen und behalten, und dabei ist die 12 als Standard übrig geblieben. Wenn Sie unsicher sind und niemanden fragen können, liegen Sie mit dieser Größe statistisch am seltensten daneben.

Denken Sie an einen Handschuh

Ich erkläre die Größen am liebsten so: Ein Laguiole ist wie ein Handschuh. Je größer die Hand, desto länger darf der Griff sein.

  • 12 cm ist die Standardgröße und passt zur durchschnittlichen Männerhand. Das sagt schon die Statistik der Herstellungsmengen.
  • 13 und 14 cm sind für größere Hände gedacht. Wer Handschuhgröße 10 oder 11 trägt, wird den Unterschied sofort spüren.
  • 11 cm sehe ich als Damenmesser oder als Größe für wirklich kleine Männerhände. Auch für die Handtasche ist es das angenehmere Format.

So weit die Logik. Jetzt kommt der Zusatz, den viele nicht erwarten: Auch durchschnittlich große Hände kommen mit einem längeren Griff hervorragend zurecht. Ein 13er liegt in einer normalen Hand nicht schlecht, es liegt nur anders. Satter, ruhiger, mit mehr Kontakt zwischen Handfläche und Griff.

Umgekehrt gilt das übrigens nicht in gleichem Maße. Eine große Hand an einem 11er hat wirklich zu wenig zu fassen, dort fehlt am Ende der Platz für den kleinen Finger. Wenn Sie also schwanken, schwanken Sie nach oben.

Und jetzt der Punkt, über den kaum jemand spricht

Es gibt einen zweiten Grund für die Größe, und der hat mit der Hand gar nichts zu tun.

Je länger der Griff, desto mehr Fläche hat der Messermacher. Mehr Rücken für die Guillochage, mehr Raum für die Platinen, mehr Platz, um sich auszutoben. Ein 14er ist für einen Messermacherkünstler ungefähr das, was eine große Leinwand für einen Maler ist.

Und was für ihn gilt, gilt genauso für Sie. Mehr Fläche heißt mehr zu sehen. Die Kerben laufen weiter, das Muster hat Raum, sich zu entfalten, und die Biene steht nicht so gedrängt zwischen den Enden. Wer ein 12er und ein 14er desselben Messermachers nebeneinanderlegt, sieht sofort, was ich meine.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem theoretischen Argument. Nach etwas, das man in einem Prospekt schreibt, weil es schön klingt. Ist es aber nicht, und dafür gibt es einen sehr praktischen Grund.

Weil viele gar nicht schneiden wollen

Ein großer Teil unserer Stammkunden kauft ein Laguiole nicht, um damit Wurst zu schneiden. Diese Messer werden gesammelt, angesehen, in die Hand genommen, gedreht, wieder weggelegt und ein paar Tage später erneut hervorgeholt.

Das ist keine Marotte, das ist der Kern der Sache. Ein gutes Laguiole ist ein Kunstwerk mit Schneidefunktion, und die Reihenfolge in diesem Satz stimmt so, wie sie dasteht.

Und genau deshalb hat fast jeder Sammler, den ich kenne, mindestens ein 13er oder 14er in seiner Sammlung. Nicht weil seine Hand größer geworden wäre, sondern weil der Betrachtungsspaß bei diesen Größen erheblich größer ist. Es gibt schlicht mehr zu entdecken.

Mein Rat, wenn Sie sich nicht entscheiden können

Damit Sie nicht mit einer Abwägung allein bleiben, hier meine Empfehlung, so wie ich sie am Telefon auch gebe:

  • Ihr erstes Laguiole? Nehmen Sie 12 cm. Vier von fünf Menschen liegen damit richtig, und Sie lernen an diesem Messer, was Ihnen wichtig ist.
  • Große Hände oder das Gefühl, dass Ihnen bei anderen Messern immer etwas fehlt? Nehmen Sie 13 cm.
  • Sie sammeln bereits? Dann fehlt Ihnen ein 14er. Sie werden es merken, sobald Sie es das erste Mal aufklappen.
  • Für die Handtasche, für kleine Hände oder als Geschenk für Ihre Frau? 11 cm.

Alle Größen mit den jeweils passenden Messern finden Sie übrigens gesammelt unter Laguiole nach Grifflänge. Dort können Sie sich einmal quer durch alle Längen klicken und sehen sofort, was es in Ihrer Größe überhaupt gibt.

Und wenn Sie unsicher bleiben: Rufen Sie mich an. Ich frage dann nach Ihrer Handschuhgröße, nach dem, was Sie mit dem Messer vorhaben, und danach, ob es das erste oder das siebte sein soll. Aus diesen drei Antworten ergibt sich die Größe fast von allein.

Eine letzte Ehrlichkeit

Es gibt bei dieser Frage kein Falsch, sondern nur ein Weniger gut. Ein Laguiole, das einen Zentimeter zu kurz ist, schneidet trotzdem, hält trotzdem ein Leben lang und ist trotzdem schön.

Aber es gibt diesen Moment, in dem jemand ein Messer aufklappt und die Hand sich anfühlt, als wäre der Griff für sie gemacht worden. Genau dieser Moment ist es, den ich Ihnen wünsche, und dafür lohnt es sich, vorher zwei Minuten über die Zahl nachzudenken.

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 1995 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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