
Wie schärfe ich ein Laguiole-Taschenmesser zu Hause?
Die kurze Antwort: Sie brauchen einen Wasserschleifstein, einen gleichbleibenden Winkel von 20 Grad je Seite und ungefähr zehn Minuten Ruhe. Keine Maschine, keinen Zugschärfer, keinen Wetzstahl aus der Küchenschublade. Wer das einmal gemacht hat, macht es danach jedes Mal - es ist eine der wenigen Arbeiten, bei denen man dem Messer beim Besserwerden zusieht.
Was Sie brauchen
Einen Schleifstein mit zwei Seiten reicht für den Anfang: die gröbere Seite, um die Schneide wieder aufzubauen, die feinere, um sie zu glätten. Dazu Wasser, ein Tuch und eine Unterlage, die nicht rutscht. Ein Lederriemen zum Abziehen ist schön, aber nicht nötig.
Was Sie nicht brauchen: einen dieser Zugschärfer, durch die man die Klinge zieht. Sie reißen Material aus der Schneide, statt sie zu schleifen, und sie nehmen keine Rücksicht auf den Winkel, den Ihre Klinge tatsächlich hat. An einem Messer, das Jahrzehnte halten soll, haben sie nichts zu suchen.
Der Winkel ist alles
Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Kraft oder der falsche Stein - es ist der wechselnde Winkel. Richtig sind 20 Grad je Seite. Wer kein Gefühl dafür hat, faltet sich die Vorlage in zehn Sekunden selbst: Ein Blatt Papier einmal diagonal gefaltet ergibt 45 Grad, noch einmal gefaltet gut 22 Grad. Legen Sie das Papierdreieck neben den Stein und stellen Sie die Klinge daneben ein - näher kommen Sie von Hand nicht heran, und näher müssen Sie auch nicht.
Diesen Winkel halten Sie dann. Über die ganze Länge, über alle Züge, auf beiden Seiten gleich. Lieber langsam und gleichmäßig als schnell und wechselnd: Eine Schneide mit zwei verschiedenen Winkeln wird nie richtig scharf.
Ziehen Sie die Klinge über den Stein, als wollten Sie eine hauchdünne Scheibe davon abschneiden. Arbeiten Sie von der Ferse bis zur Spitze, damit die gesamte Schneide gleichmäßig Kontakt bekommt. Wechseln Sie die Seite regelmäßig, nicht erst nach zwanzig Zügen.
Woran Sie merken, dass es reicht
Fahren Sie mit dem Daumen quer - nicht längs! - über die Schneide. Spüren Sie auf der Gegenseite einen feinen Grat, hat der Stein die Schneide erreicht. Dann wechseln Sie auf die feine Seite und nehmen diesen Grat mit wenigen leichten Zügen wieder ab. Zum Schluss ein paar Züge über Leder oder die Rückseite eines alten Gürtels, und die Schneide steht.
Die Papierprobe ist ehrlicher als jedes Gefühl: Halten Sie ein Blatt Papier locker in der Luft und schneiden Sie hinein. Geht es sauber und leise, sind Sie fertig. Hakt es, fehlt noch ein Durchgang.
Worauf Sie beim Laguiole besonders achten
Ein Laguiole ist keine Küchenklinge, und zwei Dinge sind anders:
Die Spitze. Die klassische Form läuft schlank aus. Nehmen Sie dort den Druck zurück, sonst wird die Spitze mit den Jahren rund - das sieht man später.
Das Gelenk. Halten Sie das Messer beim Schleifen weit offen und arbeiten Sie nie gegen das Ressort. Wasser gehört auf den Stein, nicht ins Gelenk. Danach abtrocknen und einen Tropfen säurefreies Öl ins Gelenk, genau wie sonst auch - alles Weitere steht auf unserer Seite Laguiole-Messer pflegen.
Und Damast? Wird genauso geschärft wie jede andere Klinge - derselbe Winkel, derselbe Stein, dieselbe Ruhe. Das Muster sitzt im Stahl und nicht auf ihm; Sie können es also nicht herunterschleifen. Bei aufgebrachten Mustern wäre das anders, aber die finden Sie bei uns nicht.
Und noch etwas: Wie schnell eine Klinge stumpf wird und wie leicht sie sich wieder schärfen lässt, hängt am Stahl. Welcher in Ihrem Messer steckt, sehen Sie in unserer Übersicht der Klingenstähle. Ein feinkörniger Stahl nimmt eine feinere Schneide an, will aber auch öfter Aufmerksamkeit.
Wenn etwas schiefgegangen ist
Eine ausgebrochene Schneide, eine verzogene Spitze oder ein Messer, das jemand mit der Schleifmaschine bearbeitet hat: Schreiben Sie uns, bevor Sie weitermachen. Einen Schärfdienst bieten wir nicht an - aber wir stehen mit den Schmieden in Verbindung und können Ihnen sagen, was sich noch richten lässt, was es kostet und was man besser so lässt. Manches ist mit einer Stunde Arbeit gerettet.
Das könnte Sie auch interessieren
Aus unseren anderen Seiten
0 Kommentare
Noch kein Kommentar. Schreiben Sie den ersten.
Mitreden können angemeldete Kunden.



