
Das Laguiole als Geschenk
Was Sie da eigentlich verschenken
Ein Laguiole ist kein Messer im gewöhnlichen Sinn. Es ist ein Kunstwerk mit Schneidefunktion - und genau darin liegt der Unterschied zu jedem anderen Werkzeug, das man verschenken könnte.
Das hat eine angenehme und eine unangenehme Seite. Die angenehme: Ein Laguiole wird aufgehoben. Es landet nicht in der Schublade mit den Dingen, die man irgendwann weggibt, sondern bleibt, oft über Jahrzehnte, manchmal über Generationen. Die unangenehme: Ein Messer, das zum Charakter des Beschenkten nicht passt, bleibt genauso lange liegen - nur eben ungenutzt.
Deshalb ist die Auswahl beim Laguiole weniger eine Preisfrage als eine Frage der Menschenkenntnis. Die nächsten beiden Abschnitte handeln davon.
Die eine Frage, die Sie vorher klären sollten
Bevor Sie auf Griffmaterialien schauen, beantworten Sie bitte diese: Wo würde der Beschenkte das Messer benutzen? Es gibt vier typische Antworten, und jede führt zu einem anderen Messer.
Draußen, beim Camping, auf Tour. Dann braucht es ein robustes Griffmaterial, das Feuchtigkeit und Stöße verträgt - Horn, hartes Holz, Kunstharz. Kein Perlmutt, kein Edelstein, nichts, was beim ersten Sturz auf den Stein einen Riss bekommt. Dazu eher ein etwas größeres Messer, das sich auch mit kalten Händen öffnen lässt.
Beim Picknick, im Garten, unterwegs zum Essen. Der klassische Fall. Hier darf das Messer schön sein, es wird gesehen. Mittlere Größe, ein Griff, der in der Hand liegt, und am besten gleich ein Etui dazu - damit es nicht lose in der Tasche wandert.
Im Restaurant, am Tisch. Wer sein eigenes Messer zum Essen mitbringt, tut das mit einem Stück, das etwas hermacht. Hier lohnen feinere Materialien und eine aufwendigere Bauart. Und ein Etui, das sich aufklappen lässt, sodass das Messer auf Samt liegt und nicht auf der Tischdecke.
In der Küche. Dann ist das Taschenmesser womöglich gar nicht das Richtige. Es gibt Laguiole-Küchenmesser, Steakmesser-Sets und Tafelbesteck - und wer gerne kocht, freut sich darüber mehr als über das schönste Taschenmesser. Eine Übersicht steht unter Steakmesser und Tischkultur.
Wenn Sie es nicht wissen und nicht fragen können, ohne die Überraschung zu verderben: Fragen Sie jemanden, der es weiß. Es lohnt sich mehr als jede Stunde im Shop.
Drei Arten von Beschenkten
Der zweite große Unterschied liegt darin, was der Beschenkte schon hat. Die drei Fälle sind so verschieden, dass sie fast schon drei verschiedene Geschenke sind.
Er hat noch kein Laguiole
Hier schenken Sie den Anfang - vielleicht den Anfang einer Sammlung, von der beide noch nichts ahnen. Nehmen Sie ein klassisches Taschenmesser in mittlerer Größe, mit einem Griffmaterial, das Gebrauchsspuren verträgt: Wacholder, Olive, Horn. Es soll benutzt werden, nicht bestaunt.
Was hier nicht hilft: ein ausgefallenes Material oder eine Sonderform. Der erste Eindruck von einem Laguiole soll sein, wie gut es in der Hand liegt - nicht, wie selten es ist. Für das Seltene ist später Zeit. Was ein Einsteiger wissen sollte, steht unter Tipps für Laguiole-Einsteiger.
Er hat schon mehrere Laguiole
Jetzt wird es anspruchsvoll, denn das Naheliegende hat er schon. Schenken Sie etwas, das er sich selbst nicht kauft:
Ein Griffmaterial, das es nur selten gibt - Mammut, ein besonderes Horn, ein ungewöhnliches Holz. Ein Unikat aus einer kleinen Werkstatt, das es so kein zweites Mal gibt. Oder, und das wird am häufigsten übersehen, Zubehör: ein Ausstellungsträger, eine Vitrine, ein Etui für unterwegs. Wer zehn Messer besitzt, hat meistens keine ordentliche Lösung, sie aufzubewahren - weil er immer das nächste Messer gekauft hat.
Er sammelt Messer, aber keine Laguiole
Der schönste Fall, und der heikelste. Dieser Mensch kennt Stähle, Mechanik und Verarbeitung - er wird Ihr Geschenk genau ansehen. Hier zählt nicht das Dekorative, sondern die Handarbeit: eine geschmiedete Biene statt einer angeschweißten, gestaltete Platinen, saubere Passungen. Er wird es sehen, und er wird es schätzen.
Schenken Sie ihm also kein hübsches, sondern ein gut gemachtes Messer, und legen Sie etwas Erklärung dazu - woran man die Handarbeit erkennt, steht im Laguiole-Einmaleins und auf Was auf der Klinge steht.
Welcher Anlass, welches Messer
Hochzeit. Der häufigste Anlass überhaupt, und einer mit eigenen Regeln - zwei Messer oder eines, Gravur mit Datum, und die Frage, ob man einem Brautpaar überhaupt ein Messer schenkt. Das haben wir ausführlich aufgeschrieben: Welches Laguiole passt als Geschenk zur Hochzeit?
Runder Geburtstag. Hier darf es das Besondere sein. Ein Messer aus dem Geburtsjahrgang gibt es nicht, aber eine Edition, die zum Menschen passt - und eine Gravur mit dem Datum macht aus dem Messer ein Datum zum Anfassen.
Ruhestand. Das klassische Abschiedsgeschenk unter Kollegen, und es funktioniert, weil es kein Büroartikel ist. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, bekommt etwas in die Hand, das bleibt. Mit Gravur und Datum, gerne auch mit mehreren Namen.
Weihnachten. Der Anlass mit dem engsten Zeitfenster - mehr dazu weiter unten.
Dankeschön, Jubiläum, Einstand. Hier wirkt ein Laguiole, weil es weder beliebig noch zu persönlich ist. Es ist ein Gegenstand mit Haltung, und man kann ihn annehmen, ohne sich verpflichtet zu fühlen.
Ein Wort zur Vorsicht: An Kinder und Jugendliche verschenkt man kein Messer, ohne die Eltern gefragt zu haben - und was das Mitführen angeht, gelten eigene Regeln, nachzulesen unter Laguiole mitführen: was erlaubt ist.
Gravur: ja oder nein
Eine Gravur macht aus einem Messer dieses Messer. Sie ist das, was ein Geschenk unverwechselbar macht - und sie ist endgültig, also eine Entscheidung mit Gewicht.
Dafür spricht: Der Anlass bleibt am Messer, auch in zwanzig Jahren. Ein Vorname und eine Jahreszahl altern schöner als jeder Grußkarte.
Dagegen spricht: Wer das Messer später weitergeben oder verkaufen möchte, trägt einen fremden Namen mit sich. Bei einem Sammlerstück sollte man das bedenken; bei einem Geschenk ist genau das der Punkt.
Graviert wird mit dem Laser, auf der Rückseite der Klinge - die Vorderseite gehört der Schmiede. Was möglich ist, wie viel Text passt und wie lange es dauert, steht auf Gravur auf dem Laguiole.
Der Brauch mit der Münze
In Frankreich, und nicht nur dort, verschenkt man ein Messer nicht einfach so. Der Beschenkte gibt eine Münze dafür - und damit ist es ein Kauf und kein Geschenk.
Der Gedanke dahinter ist alt: Eine Klinge schneidet, und was sie schneiden könnte, ist die Verbindung zwischen zwei Menschen. Wer bezahlt, hat gekauft, und ein Kauf zerschneidet nichts.
Ob man daran glaubt, ist zweitrangig. Es ist eine schöne Geste, sie dauert drei Sekunden, und sie gibt dem Übergeben einen kleinen Augenblick. Ein Cent genügt. Legen Sie ihn ruhig mit in die Verpackung und schreiben Sie dazu, wofür er da ist - die meisten Beschenkten kennen den Brauch nicht und freuen sich über die Geschichte.
Verpackung und Übergabe
Ein Laguiole kommt bei uns ordentlich verpackt an, aber ein Geschenk darf mehr sein als eine ordentliche Verpackung. Drei Wege haben sich bewährt:
Das Etui. Es schützt, es sieht gut aus, und es bleibt - anders als Papier, das nach einer Minute im Müll liegt. Ein Etui für ein oder zwei Messer ist zugleich Verpackung und zweites Geschenk.
Die Messerbox. Eine abschließbare Box für ein einzelnes Messer macht aus der Übergabe einen kleinen Auftritt - und sie ist später die Aufbewahrung.
Der Ausstellungsträger. Für jemanden, der das Messer zeigen und nicht benutzen wird, ist der Ständer die passende Hülle: Das Messer steht darauf, sobald es ausgepackt ist.
Alles davon finden Sie unter Aufbewahren und Verschenken sowie bei den Ausstellungsträgern.
Und legen Sie etwas Pflege dazu, zumindest ein paar Sätze: Die meisten Beschenkten wissen nicht, dass ein Laguiole nicht in die Spülmaschine darf. Alles dazu steht auf Laguiole-Messer richtig pflegen.
Lieferzeit, besonders vor Weihnachten
Hier entscheidet sich, ob aus dem guten Vorsatz ein Geschenk wird. Drei Fälle:
Das Messer ist vorrätig. Dann geht es sofort hinaus, und auch Anfang Dezember ist alles entspannt. Ob ein Messer vorrätig ist, steht bei jedem Stück auf seiner Seite.
Das Messer soll graviert werden. Rechnen Sie zwei bis drei Wochen dazu, denn das Messer geht dafür einen zusätzlichen Weg.
Das Messer muss erst gefertigt werden. Dann dauert es, und zwar nicht Tage, sondern Wochen - in einer Werkstatt wird nacheinander gearbeitet, und im Herbst sind dort alle beschäftigt. Für Weihnachten heißt das: Im Dezember ist für ein nachzufertigendes Messer meist nichts mehr zu machen. Der November ist die letzte ruhige Zeit, der Oktober die bessere.
Wenn es eilig ist, schreiben Sie uns einfach. Wir sagen Ihnen, was bis wann machbar ist - und wenn es nicht reicht, nennen wir ein vorrätiges Messer, das zu Ihrem Anlass passt. Warum ein Messer manchmal nicht vorrätig ist, erklären wir auf Warum nicht vorrätig?
Wenn Sie sich nicht entscheiden können
Es gibt einen Fall, in dem der Gutschein nicht die Verlegenheitslösung ist, sondern die bessere: wenn der Beschenkte sein Messer selbst aussuchen soll.
Bei einem Gegenstand, den man jahrzehntelang in der Hand hält, ist das kein Rückzieher. Viele Sammler erzählen uns, dass sie sich genau an die Stunde erinnern, in der sie ihr erstes Laguiole ausgewählt haben. Diese Stunde kann man verschenken. Unsere Gutscheine gibt es in mehreren Gestaltungen.
Und wenn Sie lieber ein Messer verschenken, aber nicht wissen, welches: Schreiben Sie uns, was Sie über den Beschenkten wissen - wo er lebt, was er tut, ob er schon Messer hat. Wir suchen mit. Das kostet nichts und dauert selten länger als eine Antwort am selben Tag.
Häufige Fragen
Darf man ein Messer verschenken?
Ja. Der alte Brauch verlangt nur, dass der Beschenkte eine Münze dafür gibt - dann ist es ein Kauf und kein Geschenk, und die Freundschaft wird nicht zerschnitten. Ein Cent genügt, die Geste zählt.
Welches Laguiole schenkt man jemandem, der noch keines hat?
Ein klassisches Taschenmesser in mittlerer Größe mit einem Griffmaterial, das Gebrauchsspuren verträgt - Wacholder, Olive oder Horn. Es soll benutzt werden, nicht in der Schublade liegen. Ausgefallene Materialien und Sonderformen sind etwas für später.
Was schenkt man jemandem, der schon mehrere Laguiole besitzt?
Etwas, das er sich selbst nicht kauft: ein Griffmaterial, das es nur selten gibt, ein Unikat aus einer kleinen Werkstatt oder Zubehör, an das er nicht denkt - ein Ausstellungsträger, eine Vitrine, ein Etui für unterwegs.
Wie früh muss ich für Weihnachten bestellen?
Ein vorrätiges Messer geht sofort hinaus. Soll es graviert werden, rechnen Sie zwei bis drei Wochen dazu. Muss das Messer erst in Frankreich gefertigt werden, kann es mehrere Wochen dauern - dafür ist der Dezember zu spät, der November die letzte ruhige Zeit.
Ist ein graviertes Messer vom Umtausch ausgeschlossen?
Ja, ein nach Ihren Angaben angefertigtes Stück ist von der Rückgabe ausgenommen. Was genau gilt, steht in unserer Widerrufsbelehrung.
Was lege ich dem Geschenk bei?
Eine Münze für den Brauch, ein paar Sätze zur Pflege - und, wenn das Messer eines ist, das wir mit A.I.P.C.L.-Zertifikat liefern, den Hinweis darauf. Dann weiß der Beschenkte, dass sein Messer eine nachprüfbare Herkunft hat.
Unser Shop entstand aus der Leidenschaft zu diesen wunderschönen Laguiole-Messern. Wir stehen im engen, freundschaftlichen Kontakt mit nahezu allen bekannten Schmieden und arbeiten gemeinsam an der Erhaltung dieser Tradition.
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