
Karton (Kunstharz)
Gepresster Karton in Kunstharz: Aus einem schlichten Alltagsmaterial wird ein überraschend edler, fein geschichteter Griff.
Herkunft & Charakter
Viele Lagen Karton werden mit Harz getränkt und unter Druck verpresst - ein Verfahren, das mit dem bekannten Papier-Micarta verwandt ist. Im Anschliff entstehen feine Linienmuster wie bei Schichtholz, mattseidig und warm im Griff. Durch die Harzbindung ist das Material völlig wasserfest und angenehm griffig.
Kurz-Fakten auf einen Blick
- Harzgebundenes Schicht-Kartonlaminat
- Feine Linien- und Schichtoptik im Anschliff
- Wasserfest durch Harzbindung
- Angenehm griffige, matte Oberfläche
- Recycling-Gedanke trifft Design
Wert entsteht durch Handwerk
Kaum ein Material zeigt so schön, dass es nicht auf den Ausgangsstoff ankommt, sondern auf Idee und Verarbeitung. Aus einfachem Karton wird durch Handwerkskunst ein edles, langlebiges Griffmaterial - ein kleines Loblied auf Kreativität und Nachhaltigkeit.
Ein Laguiole mit Kartongriff ist damit ein unerwartetes Schmuckstück, das gerne für Gesprächsstoff sorgt.
Papier als Hochleistungswerkstoff - eine alte Idee
Dass aus Papier ein harter, technischer Werkstoff werden kann, ist keine Erfindung unserer Tage. Sie ist über 160 Jahre alt und heißt Vulkanfiber.
Bekannt seit 1855, wurde sie 1859 von Thomas Taylor erstmals industriell hergestellt: Er ließ Zellulosefasern in einer Zinkchloridlösung quellen und verschweißte sie anschließend unter Druck zu lederartigen Platten. Ihren Namen bekam sie in Anlehnung an die Vulkanisation von Naturkautschuk - nur dass hier kein Kautschuk verarbeitet wird, sondern schlichte Zellulose.
Das Ergebnis verblüfft bis heute: ein hornartiger Werkstoff, bei geringem Gewicht mechanisch hochfest, zäh, hart, nicht splitternd und beständig gegen Öl, Alkohol und Benzin. Vulkanfiber zählt gemeinsam mit Ebonit, Celluloid und dem Milcheiweiß-Kunststoff Galalith zu den ältesten Kunststoffen überhaupt - und wird in Deutschland seit über hundert Jahren produziert.
Aus dem Alltäglichsten das Beständigste
Der harzgetränkte Schichtkarton am Messergriff steht in genau dieser Tradition. Viele Lagen werden mit Harz getränkt und unter Druck verpresst; im Anschliff zeigen sich die Schichten als feine Linien, ähnlich den Jahresringen eines Holzes - nur dass sie hier von Menschenhand gezählt werden könnten.
Kaum ein Material führt so schön vor, dass es nicht auf den Ausgangsstoff ankommt, sondern auf Idee und Verarbeitung. Aus dem Alltäglichsten, das wir kennen, wird durch Handwerk ein Griff, der Jahrzehnte übersteht.
Pflegehinweis
Feucht abwischen - im Alltag unempfindlich. Wie alle handgefertigten Laguiole-Messer gehört auch dieses Modell niemals in die Spülmaschine.
34 👍
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