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Ein bienenfressendes Wesen: wie die Edition Scorpion entstand
Schmieden & Modelle

Ein bienenfressendes Wesen: wie die Edition Scorpion entstand

von Mr. Laguiole · 27.08.2026 · Schmieden & Modelle

Das Markenzeichen (oder besser gesagt „das Erkennungszeichen“, da Laguiole keine Marke ist) der Laguiole-Taschenmesser ist zum einen die geschwungene Form aber auch die Biene zwischen dem Ressort und der Klinge. Je teurer ein Laguiole-Taschenmesser ist, desto aufwendiger wird das Ressort und die Biene gestaltet.

Es gibt regelrecht Messer-Designer, die die Biene unter der Lupe mit sehr vielen Details bearbeiten. Man verbringt auf diese Weise eine Menge Stunden für die Gestaltung eines Messers, das Ergebnis am Ende ist daher sehr oft atemberaubend. Bei unserem Besuch in Laguiole diesen September suchte meine Lebens- und Geschäftspartnerin, Frau Westhoff, ein außergewöhnliches Messer für den Geburtstag ihres Sohnes.

Als Herr Monteiro, der Inhaber der Schmiede Du Barry, seine wunderbaren Messer präsentierte und die aufwendige Arbeit an dem Ressort und der Biene seiner Messer vorführte, zuckte Frau Westhoff zusammen. Vor ihrem geistigen Auge sah sie, wie ein Skorpion die Du Barry Laguiole-Biene fraß und er sich auf dem Messerrücken mit vollem Bauch gemütlich machte. Skorpion aus dem Grund, da ihr Sohn vom Sternzeichen einer ist und sich auch für diese Tiere sehr interessiert.

Das Projekt Scorpion

Sie hatte das Zeichen verstanden, die „Edition Scorpion“ war geboren. Das Projekt „Scorpion“ wurde ins Leben gerufen und wir setzten uns mit Herrn Monteiro zusammen, um einen Weg zu suchen, einen schönen Skorpion statt der Biene auf dem Messer zu platzieren. Es war nicht einfach, den richtigen Skorpion zu finden, denn zum einen ist der Platz sehr begrenzt und zum anderen dürfen die Extremitäten des Skorpions nicht allzu viel über die Breite des Messers hinausragen.

Der spätere Besitzer darf sich am Skorpion nicht verletzen und weder Hosentasche noch Etui beschädigen. Die Form nahm langsam Gestalt an und nun stellte sich die Frage nach dem Griff dieses besonderen Messers. Speziell für Frau Westhoffs Sohn meinten wir alle übereinstimmend, dass ein Griff aus Mammutbackenzahn optisch am besten dazu passen würde.

Der blaue Skorpion

Wir fanden in dem Lager von Du Barry wunderschöne blaue Mammutbackenzahn-Stücke, aus denen wir das erste Messer anfertigen ließen. Herr Monteiro setzte anschließend unglaublich professionell und mit sehr viel Geduld und Erfahrung alle besprochenen Details aus dem Projekt Scorpion um. Das Messer „blue Scorpion“ wurde noch schöner als wir es uns vorgestellt und auf dem Papier ausgemalt hatten. Darin erkennt man tatsächlich nicht nur das absolute handwerkliche Können der Schmiede Du Barry, sondern auch die Liebe zu dem Laguiole-Messer.

Als Frau Westhoffs Sohn das Geschenk auspackte, konnte er das Leuchten in seinen Augen nicht verbergen. Wir wurden Zeuge einer vollkommenen Begeisterung eines jungen Mannes, gerade 20 Jahre alt geworden, der im Grunde noch nicht im Alter eines „typischen“ Laguiole-Messer-Sammlers ist. Aber die Symbiose des unglaublich perfekt verarbeiteten Skorpions mit verhältnismäßig vielen Details, die in mühsamer Arbeit unter dem Mikroskop entstanden sind, und des Griffs aus blauem Mammutbackenzahn mit absolut einzigartigen Farbnuancen ist definitiv faszinierend und kann einen fast schon verzaubern.

Aus einem Messer wird eine Edition

Nun wurden wir aufmerksam und erkannten das Potential des „Projektes Scorpion“. Sofort haben wir die Chance ergriffen und gleich eine Reihe von Laguiole-Messern der Edition Scorpion mit unterschiedlichen Griffmaterialien bei Du Barry bestellt. Wir werden stetig die Palette der Scorpion-Messer erweitern und zudem weitere interessante Editionen mit außergewöhnlichen Kunstwerken als Tier- und Insekten-Kreationen statt der Biene ins Leben rufen.

Das nächste „bienenfressende Tier“ ist bereits umgesetzt, die Edition „fire dragon“. Sie zeigt einen Drachen, der seine Gegner mit Feuer regelrecht pulverisiert. Dieses Laguiole-Messer ist von einer „brutalen Schönheit“ und steht dem angriffslustigen Skorpion aus der „Edition Scorpion“ in nichts nach. Dagegen wirkt die herkömmliche Laguiole-Biene geradezu sanftmütig. Das erste Laguiole aus dieser neuen Messer-Reihe kommt in einer Größe von 13 cm im geschlossenen Zustand mit Griffen aus blau gefärbtem Giraffenknochen daher und heißt „blue fire dragon“. Der Feuer-Drache steht in den Startlöchern und wir arbeiten bereits an einer ganzen Messerreihe damit. Diese Edition wird von der traditionsreichen Schmiede Honore Durand angefertigt.

Lassen Sie sich von der Kreativität unseres Teams überraschen, es kommt noch einiges auf Sie zu!

Die Messer dieser Editionen finden Sie im Shop unter Taschenmesser in anderen Formen.

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 2004 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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