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Laguiole-Blog
Erfahrungsberichte

Messer, wie war es früher?

von 🥇 Blue Dragon · 06.08.2026 · Erfahrungsberichte
Nun, was gehörte zu einem Jungen in den 70er und 80er Jahren?
Klare Antwort, wer kein Messer bei sich hatte, der war nicht "komplett".
Ein Taschenmesser gehörte zur persönlichen Ausstattung in meiner Kinder- und Jugendzeit genauso dazu, wie heutzutage das Handy!  
Und ist etwas mit den Messern passiert? Wurden diese als Waffe eingesetzt? Auch hier die klare Antwort, NEIN !
Viele Männer, die ihre Kinder- oder Jugendzeit in diesen Jahren verbrachten, werden es sicher bestätigen können. Das Taschenmesser war täglicher Begleiter. Man hatte es, brauchte es aber kaum. Ja, es war tatsächlich sogar ein Statussymbol. Die Kinder wohlhabender Eltern gaben mit ihren Schweizer Taschenmessern an, die unzähligen Funktionen hatten, die anderen begnügten sich mit einfachen Taschenmessern, die ausser der Klinge evtl. noch eine Schraubendreher/Flaschenöffner-Kombination hatten, und wenn es hoch kam, sogar noch einen Korkenzieher; für ein Kind eher nutzlos, aber man hatte ihn eben!
So war es auch bei mir (Jahrgang 1964). Das erste Fahrtenmesser mit beiliegendem Taschenmesser gab es, sehr zum Missfallen meiner Mutter, mit 6 oder 7 Jahren. Damals waren wir regelmäßig in den Alpen im Urlaub, wo es alle paar Meter einen Souvenirladen mit Messern gab. Damals die absolute Reizüberflutung. Das Interesse ebbte nicht ab. Die Jahre gingen dahin, die Anzahl der Messer verschiedenster Modelle wuchs stetig.
Dann kam es, wie es kommen musste. Ich sah das erste Laguiole und war sofort schockverliebt. Warum nur? Dieses Messer hat in der Regel nur eine einzige Funktion und nicht zig andere wie preiswertere Schweizer Taschenmesser oder namhafte Multifunktionswerkzeuge.
Dieses Messer lies mich nicht los. Nachdem ich mich im Internet erst einmal kundig gemacht habe, was es für Unterschiede zwischen billigen und teuren Laguiole gibt, wurde erst einmal eines in einer uns wohl bekannten Plattform, die mit "e" beginnt, bestellt. Ein Laguile en Aubrac mit Pistaziengriff und geschmiedeter Standardbiene für unter 100 Euro. Es kam an, ich war begeistert und die "Infektion" war da. Kurz danach machte ich persönlich die Bekanntschaft mit Mr. Laguiole und eine kreativer Austausch und Freundschaft begann. Nicht immer einer Meinung, aber immer fair und respektvoll. In den letzten 3 Jahren wuchs dann die Anzahl meiner Laguiole Messer immer weiter. Die meisten stammten natürlich aus dem Shop von Original-Laguiole.de, denn wo bitte gibt es bessere Preise?
Der Service und die Beratung sind ebenfalls erstklassig, jedoch, da ich quasi Teil dieser Community bin, brauche ich eher weniger Beratung.
Ich wünsche allen Laguiole Fans, gleich welchen Alters oder welchen Geschlechtes, immer eine glückliche Hand und attraktive Angebote, die euch ansprechen.
Lasst euch dieses schöne Sammelhobby nicht durch dumme Sprüche Unwissender miesmachen !!!
 

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1 Kommentar

★ Mr. Laguiole 06.08.2026 16:08

Ein Messer in der Hosentasche – und die Welt war in Ordnung

Manche Zuschriften liest man einmal quer. Und manche dreimal, weil sie einen mitten ins Herz treffen. Diese hier gehört zur zweiten Sorte.

Wer in den 70ern und 80ern aufgewachsen ist, weiß sofort, wovon die Rede ist. Das Taschenmesser war einfach dabei. Neben dem Kaugummi, in der Hosentasche. Man hat Äste geschnitzt, Schnüre gekappt, Äpfel geviertelt – und die meiste Zeit brauchte man es gar nicht. Man hatte es eben. Und genau das war der Punkt.

Ist etwas passiert? Nein. Nichts. Ein Werkzeug wurde als Werkzeug benutzt. Punkt.

Der Absatz über die Kinder wohlhabender Eltern mit ihren 27-Funktionen-Schweizern hat mich laut lachen lassen, weil er so wahr ist. Es ging nie darum, ob man die Lupe jemals gebraucht hat. Es ging ums Gefühl, für alles gerüstet zu sein. Und der Korkenzieher, den ein Zehnjähriger nun wirklich nicht braucht? Das Sahnehäubchen.

Und dann sieht man sein erstes Laguiole – und alles kippt. Denn das Laguiole kann nichts von alledem. Eine Klinge. Das war's. Keine Funktionsliste, keine Ausrede. Es kann genau eine Sache, und die besser als fast alles andere. Was übrig bleibt, wenn man alles Überflüssige weglässt, ist Form, Linie, Handwerk. Die Biene, die kein Ingenieur, sondern ein Schmied gesetzt hat. „Schockverliebt" – ein besseres Wort gibt es dafür nicht.

Dass es beim ersten Pistaziengriff nicht bleibt, weiß hier jeder. Irgendwann fragt man sich, ob man noch sammelt oder schon lebt. Eine der schönsten Fragen überhaupt.

Am meisten freut mich aber ein anderer Satz: nicht immer einer Meinung, aber immer fair und respektvoll. Genau so soll es sein. Ich will keine Ja-Sager um mich herum, sondern Leute, die widersprechen und genau hinschauen. Das macht diese Community aus.

Und zum Schluss der wichtigste Satz: Lasst euch dieses schöne Sammelhobby nicht durch dumme Sprüche Unwissender miesmachen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer ein Laguiole in der Hand hält, hält französisches Handwerk und ein Stück Kulturgeschichte. Kein Statement, keine Provokation. Ein schönes, ehrliches, von Hand gemachtes Messer.

Danke für diese Zeilen. Sie sind mehr wert als jede Werbeanzeige.

Mr. Laguiole 🐝

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 1995 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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