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Rekonstituierter Stein
Griffmaterial

Rekonstituierter Stein

Rekonstituierter Stein ist echter Naturstein, nur anders zusammengesetzt: gemahlen, gebunden und neu zu einem festen Block gepresst. Für Messergriffe ist das oft die klügere Lösung als ein massiver Steinbrocken, und der Grund dafür liegt in der Natur des Steins selbst.

Wie er entsteht

Am Anfang steht echter Stein, meist Türkis, Lapislazuli, Malachit oder Jaspis. Er wird zu feinem Granulat gemahlen und mit einem Bindemittel aus Kunstharz vermischt. Unter hohem Druck, häufig zusätzlich im Vakuum, presst man daraus Blöcke und lässt sie aushärten. Aus diesen Blöcken werden anschließend die Griffschalen geschnitten und von Hand angepasst. Der Steinanteil bleibt dabei erhalten, er ist nur nicht mehr gewachsen, sondern neu geordnet.

Kurz-Fakten auf einen Blick

- Echter Naturstein in gemahlener Form
- Mit Kunstharz gebunden und unter Druck gepresst
- Zäher und bruchsicherer als massiver Naturstein
- Gleichmäßige Farbe, oft nachgefärbt
- Jede Griffschale bleibt im Muster ein Einzelstück

Warum die Schmieden ihn verwenden

Naturstein hat für einen Messergriff eine unangenehme Eigenschaft: Er ist spröde. Gewachsener Stein trägt feine Risse, Adern und Einschlüsse, an denen er genau dann bricht, wenn man ihn bohrt, schleift oder vernietet, also bei den Arbeitsschritten, die jede Griffschale durchlaufen muss. Bei einem wenige Millimeter dünnen Plättchen mit zwei Nietlöchern verzeiht das Material keinen Fehler.

Der gebundene Stein behält die Optik und die kühle Anmutung, wird aber deutlich zäher. Er lässt sich sauber bearbeiten, splittert nicht am Rand und übersteht auch einmal einen Stoß gegen die Tischkante. Dazu kommt die gleichmäßige Farbe: Zwei Griffschalen eines Messers passen zusammen, was bei Naturstein oft nicht gelingt.

Was er ist und was nicht

Dazu gehört Ehrlichkeit. Rekonstituierter Stein ist kein massiver Naturstein, und er ist auch kein reines Kunstharz. Er liegt genau dazwischen: echtes Steinmehl, gehalten von einem Bindemittel. Bei Türkis ist das der Regelfall und nicht die Ausnahme, denn Naturtürkis in Griffqualität ist selten, teuer und für diesen Zweck fast immer zu weich. Häufig wird die Masse zusätzlich eingefärbt, um ein durchgehendes Blau, Grün oder Schwarz zu erreichen.

Wer den unregelmäßigen, gewachsenen Charakter sucht, findet ihn eher bei Granit, Jaspis oder Lapislazuli. Wer die Farbe und die Kühle des Steins möchte, dazu aber die Robustheit eines Alltagsmessers, ist hier richtig.

In der Hand

Der Griff fühlt sich an wie Stein: kühl beim ersten Anfassen, glatt, mit spürbarem Gewicht. Erst nach ein paar Augenblicken nimmt er die Wärme der Hand an. Poliert wirkt er tief und glänzend, brossiert dagegen matt und zurückhaltend, was das Muster ruhiger erscheinen lässt.

Pflegehinweis

Mit einem leicht feuchten Tuch reinigen und trocken reiben. Meiden Sie Aceton, Nagellackentferner und scharfe Reiniger, denn das Bindemittel ist ein Harz und verträgt diese Lösungsmittel nicht. Wie jedes Laguiole gehört auch dieses Messer niemals in die Spülmaschine.

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 2004 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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