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Grundlagen des Schmiedens Teil II von III, Mr. Laguiole beim Schmieden eines Messers

22.09.2021 18:16 Minuten 1.085 Aufrufe

Worum es geht

Ein Messer schmieden, wie damals im Mittelalter, oder annähernd ähnliche Techniken benutzen - das war das Ziel dieses Kurses. Ich habe sehr viel gelernt und habe nun eine Vorstellung durch eigene Erfahrungen, wie Aufwendig das Schmieden und Herstellen eines Messers mit althergebrachten Methoden ist. Es war ein fantastisches Erlebnis, welches vor allem durch den unermüdlichen Einsatz des Schmieds Uwe Hoffmann maßgeblich zur Stande kam. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für deine wirklich tolle Betreuung während des gesamten Kurses. Wer mehr über ihn und seine Kurse erfahren möchte, hier seine Internetseite:

Das Video wurde von meiner Frau gedreht, daher auch an Ihr ein großes Kompliment und Dankeschön, für die hervorragende Dreharbeit!

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Was wann im Video passiert

  1. 00:00 Begrüßung und Intro
  2. 01:19 Theoretischer Unterricht
  3. 02:00 Schmieden eines Probestückes
  4. 05:33 Schmieden des Messers aus C40
  5. 07:28 Abschrecken
  6. 08:22 Anschleifen, Bohren und Polieren
  7. 08:39 Griff anbohren und anpassen
  8. 09:10 Fazit
  9. 10:38 Interview mit Uwe Hoffmann

Was Mr. Laguiole im Video sagt

0:20 Hi, hier ist Mr. Laguiole. Heute mit Teil 2 des Kurses Grundlagen des Schmiedens. In dem ersten Teil, das könnte ich hier oben sehen, da habe ich gelernt, wie man ein Stück Eisen schmiedet. In diesem zweiten Teil werde ich lernen, wie ein echtes Taschenmesser gemacht wird, hergestellt, wie es geschmiedet wird.

0:40 Das klapper ist, sondern ein feststehendes Taschenmesser. Und da werde ich lernen, wie man eine Klinge schmiedet, schärft und auch, wenn noch Zeit ist, dann auch noch einen Griff für dieses Taschenmesser herstellen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal an dich, Uwe Hoffmann, bedanken. Wir sind hier in seiner Werkstatt, Metallobjekte Hoffmann. Und wir werden am Anfang jetzt mal ein bisschen Grundlage lernen, ein bisschen Theorie lernen und dann geht's zum Schmieden. Bis gleich!

2:03 Ich fange an, mit einem Stück Baustahl zu üben. Wir versuchen erstmal so eine Silhouette von einem Taschenmesser, von einer Klinge zu machen. Und dann in den zweiten Teil, heute Nachmittag, wir haben es gerade 11 Uhr, heute Nachmittag gehen wir in den richtigen Messerstahl und machen daraus die richtige Klinge. Jetzt spielen wir so ein bisschen rum.

3:22 Jetzt muss ich die Spitze in die Meter bringen.

3:33 Ich nehme jetzt hier Fühlung auf dem Geraden hier, da, und das mache ich mit der flachen Seite. Jetzt gehe ich auf die Ecke drauf und während mein Hammer nach vorne wandert, hebe ich das Werkstück hinten an. Das mache ich auch von der anderen Seite.

4:09 Jetzt versuche ich mal umzusetzen, was der Meister jetzt vorgegeben hat.

7:28 Die Klinge ist jetzt fertig, ist in Form gebracht, es muss noch Wärme behandelt werden und kurz abgeschreckt werden, damit es gehärtert wird.

7:46 Heute Vormittag haben wir also erstmal ein bisschen rumgespielt und experimentiert, damit ich erstmal allgemein eine Klinge hinbekommen. Jetzt auf den Nachmittag haben wir aus einem richtigen Metall und zwar C40 Stahl, Carbon Stahl, haben wir eine Klinge gemacht und zwar sieht die jetzt so aus.

8:11 Die wird dies auch schon gehärtet und da werden wir jetzt durch Schleifen erstmal schön scharf bekommen und anschließend machen wir dann noch den Griff passender zu.

9:11 Ja, jetzt ist der Kurs zu Ende. Wir haben das Messer fertig und zwar sieht das so aus.

9:29 Ganz fertig kann ich es noch nicht stellen, denn wir müssen das ja zu Hause im Backoffen erstmal bei 180 Grad eine Stunde anlassen, damit das noch ein bisschen geschmeidiger wird. Ansonsten ist die gehärtete Klinge einfach viel zu spröde. Würde schon, wenn das runterfällt, direkt zerbrechen. Aus diesem Grund müssen wir es mal zu Hause auf 180 Grad eine Stunde anlassen. Dann muss ich nochmal hier kommen, dann werden anschließend die Nieten hier festgemacht und dann das Holz entsprechend geklebt.

9:59 Und dann, wenn das fertig ist, dann ist der Griff fast fertig. Dann muss ich entsprechend noch schleifen und dem Griff eine schöne runde Form geben. So, das war jetzt hier der zweite Teil der Grundlagen des Schmiedens. Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht. An dieser Stelle möchte ich mich auch an meine Frau bedanken. Die hat hier den ganzen Tag gefilmt. Das heißt, da also 100% oder fast 100% der Filmleistung geht auf jede Kappe, könnte man schon sagen.

10:25 Auf jeden Fall hat sie ganz, ganz toll gemacht. Dankeschön nochmal an dieser Stelle. Und jetzt gleich machen wir nochmal ganz kurz, vielleicht 10 Minuten, Interview mit Uwe Hoffmann. Einfach mal ganz kurz ein bisschen ein paar Sachen erfahren über das Leben eines Schmiedes. Ja, wie gerade gesagt, machen wir jetzt ein kurzes Interview mit Uwe Hoffmann, der diesen tolle Kurs hier begleitet hat und überhaupt das veranstaltet hat. Und da wollen wir ein bisschen ein paar Sachen über ihn erfahren.

10:53 Erstmal die Frage natürlich, Uwe, wie bist du eigentlich zu dem Beruf Schmied geworden? Ist das schon dein Kindheitstraum geworden? Hast du dich schon immer gewünscht? Oder wie ist das passiert? Ja, also ich kann jetzt nicht behaupten, dass es mein Kindheitstraum oder Wunsch war. Aber ich bin halt in der Schmiede aufgewachsen. Das heißt, ich habe täglich mitbekommen, was mein Vater gemacht hat. Und in der Hinsicht ist es mir schon irgendwie in die Wiege gelegt worden. Aber ich habe nach der Schule Maschinenschlosser gelernt und habe dann Industriedesign studiert.

11:28 Von daher hätte mein Weg auch anders verlaufen können. Aber ich habe während des Studiums gemerkt, dass ich doch ein Mensch bin, der gerne in der Werkstatt arbeitet. Und eigentlich auch den gesamten Prozess der Herstellung, also vom Entwurf eines Produktes bis zur Fertigstellung, das begleite ich gerne. Und da ist man als Industriedesigner natürlich schon sehr spezialisiert. Und es ist ein Bildschirmarbeitsplatz. Und deshalb habe ich nach dem Studium eine Weile in dem Beruf gearbeitet, habe aber dann die Entscheidung getroffen, Papa, sollen wir das nicht gemeinsam weiterführen?

12:04 Und da hat mein Vater sich gefreut. Und so ist es entstanden. Das heißt, du bist schon als Kind praktisch hier in diesen Hallen groß geworden, bis hast du hier gespielt. Das sind deine Hallen, wo auch dein Vater gearbeitet hat. Genau. Und wie lange machst du jetzt schon den Beruf? Ja, also eigentlich muss man sagen, ich habe meinem Vater als Kind, als Jugendlicher schon geholfen. Und das mit 15, 16, 17 Jahren ungefähr. Und das sind jetzt 40 Jahre.

12:34 Und richtig aktiv zusammengearbeitet. Also nach dem Studium haben wir 30 Jahre, Vater und Sohn. Und die Vorfahren waren Huf- und Wagenschmiede. Das heißt, das Handwerk liegt jetzt seit fünf Generationen bei uns in der Familie. Und heute, wo das meiste aus China kommt, die CNC-Maschinen angefertigt wird, vollautomatisiert, industrialisiert angefertigt wird. Warum macht ein Schmied heute noch? Ja, unser Tätigkeitsbereich ist schon relativ groß. Wir haben manche Kunden, die regelmäßig wiederkommen. Dazu zählen zum Beispiel oft Kirchen und Museen, die besondere Stücke haben, die restauriert werden müssen.

13:22 Oder wo wir Nachbildungen, Replike herstellen. Das sind relativ regelmäßige Sachen. Dann gibt es aber auch Privatkunden, die für ihren Garten zum Beispiel besondere Objekte haben wollen. Manche Windspiele, Rankobjekte zum Beispiel. Das ist auch so ein Thema, was wir auch gerne bearbeiten. Und dazu haben wir noch einen kleinen Internet-Shop. Und da stellen wir eben für den Shop gewisse Serien her. Ja, kleine Serien, wie zum Beispiel aus dem Bereich Gartengestaltung.

14:02 Und ich habe hier schon zwei Kurse bereits gemacht. Einmal Grundlagen des Schmiedens und einmal den heutigen Kurs, wo ich praktisch ein Messer herstellen und schmieden durfte. Welche Kurse bietest du noch alles an? Außer diese zwei, die ich jetzt schon bereits gemacht habe. Genau, das ist natürlich ein sinnvoller Einstieg, dass man mit den Grundlagen des Schmiedens anfängt. Denn letztendlich ist es, wie viele andere Handwerker auch, schon ein recht komplexes Thema. Das heißt, man sollte mit einfachen Dingen anfangen.

14:33 Und das auch methodisch, systematisch, Schritt für Schritt erlernen. Deshalb ist Grundlagen auf jeden Fall eine gute Basis gewesen. Danach das Messerschmieden. Wir bieten noch an Axtschmieden, Damaststahlschmieden, Werkzeugschmieden und auch einen Schweiß- und einen Gießereikurs. Das ist die Palette, die sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Und wie viele Kurse machst du so pro Jahr oder pro Monat? Was kannst du für eine Handwerker da machen, dass man eine Idee hat? Ist es eher so zwei Kurse im Jahr?

15:10 Nee, das ist schon häufiger. Also zweimal im Monat ist eigentlich so die Regel. Aber durch Corona durften wir ja lange Zeit nicht arbeiten. Und da haben wir jetzt teilweise auch drei Kurse im Monat. Also ich muss sagen, so abschließend, bei diesem Kurs, da habe ich jetzt mal festgestellt, wie wahnsinnig aufwendig so ein Messer herzustellen ist. Und das wäre heute praktisch nicht zu bezahlen, wenn es nicht die modernen Mittel wie CNC oder Laser schneiden oder ganz andere Methoden.

15:41 Wir haben heute auch, was ihr bereits gesehen habt, das sind nicht die Methoden, wie heute Messer hergestellt werden, sondern heute ging es eigentlich darum, dass man als Anfänger, so wie ich es bin, einfach sieht, wie wird überhaupt ein Messer geschmiedet? Welche Techniken dahinter stecken, wie das Handwerk aussieht? Das hat nichts mit der tatsächlichen Herstellung eines Messers, was man heute im Geschäft einkaufen kann. Da sind ganz andere Methoden zum Glück gefragt. Ansonsten würde man nicht bezahlen können. Aber ich bin echt glücklich, dass ich feststellen konnte, wie früher die Menschen die Messer hergestellt haben, welche Techniken und wie aufwendig das war.

16:17 Ein solches Messer, das wahrscheinlich damals auch wirklich wie ein Edelstück gehandelt wurde, nicht jeder konnte sowas haben bei der Arbeit, die dahinter steckt. Und ja, ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. An diesem Stelle nochmal vielen, vielen Dank für diesen wunderbaren Kurs. Dankeschön und auch weiter viel Erfolg mit deinen tollen Kurse. Und die letzte Frage, welche Art von Besuchersinn, welche Art von Menschen machen das? Ich meine, ich habe ein Interesse, weil ich ja selber Laguiole-Messer verkaufe, aber die anderen Teilnehmer, was sind das für Menschen?

16:48 Ja, das ist schon ein relativ breites Spektrum. Also wir haben Kursteilnehmer, die zum Beispiel selber was mit Metall zu tun haben, die in ihrem Berufsleben vielleicht mal Schlosser gelernt haben und gerne diesen Teil des Handwerks kennenlernen wollen.

17:06 Aber wir haben auch absolute Laien hier, die im Fernsehen, auf irgendwelchen Märkten das gesehen haben und das gerne selber mal machen würden. Und erfreulich daran ist auch, es sind Männer, aber auch Frauen dabei in den Kursen. Und das ist natürlich dann eine schöne Mischung. Und manchmal haben wir eben auch Firmen, die uns dann buchen für ganz spezielle Themen, also die zum Beispiel mit ihrer Firmengeschichte irgendwas verbinden. Und wir versuchen das dann mit denen im Team schmiedetechnisch umzusetzen.

17:43 Auf jeden Fall kann ich diese Kurse herzlich empfehlen. Wir haben heute sehr viel gelernt. Fingt an in der Steinzeit bis in die Moderne. Und wir haben auch sehr viel erfahren, auch Theorie, theoretisch entsprechend erfahren. Also es war sehr, sehr schön, die Erfahrung. Und nochmal vielen Dank.

18:00 Ich danke dir. Danke dir.

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 2004 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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