
Erfahrungsberichte
Vielleicht in der Kindheit grundgelegt
Geschichte von Bernhard W.
Bernhard hat uns seine Geschichte mitgeteilt und wir zeigen diese hier nur.
Meine Laguiole-Sammelleidenschaft ist noch nicht sehr alt, ich bin seit dem Frühjahr 2022 dabei, also gerade einmal knapp ein Jahr.
Vielleicht wurde sie aber schon in meiner Kindheit grundgelegt, als ich mein erstes Taschenmesser von meinem Vater bekam. Es war ein einfaches Gebrauchsmesser, wie mein Vater sie bei der Arbeit benutzte (er war Fernmeldehandwerker, so hieß das damals, und bildete Lehrlinge in diesem Handwerk aus), etwa 10 bis 11 cm lang. Ich wollte gern ein solches Messer, und eines Tages bekam ich es, wobei mein Vater noch die Spitze rundgeschliffen hatte, damit ich mich nicht verletzte; ich muß etwa 10 bis 12 Jahre alt gewesen sein. Leider ist dieses erste Messer verlorengegangen.
Ich kann mich nicht erinnern, eine besondere Leidenschaft für Messer entwickelt zu haben, auch wenn ich gern mit meinem Messer Stöcke geschnitten und zurechtgeschnitzt habe.
In späteren Jahren habe ich dann von Laguiole-Messern und ihrem fast legendären Ruf gehört, aber ein konkretes Interesse wurde daraus erst, seit ich regelmäßig in Frankreich bin. Dies wiederum hängt damit zusammen, daß ich mit einer Frau aus Dijon befreundet bin. Ich habe immer wieder in verschiedenen Städten in Geschäften nach Laguiole-Messern Ausschau gehalten. Die schöne elegante Form hat mich fasziniert, seit ich zum ersten Mal eines gesehen hatte. Da ich aber wußte, daß Laguiole keine geschützte Marke ist, ich aber abgesehen von dieser Information keinerlei Kenntnisse hatte, habe ich nie eines gekauft. Meine Freundin hat auch ein Laguiole-Messer, ein Geschenk ihres Vaters, und wie ich heute weiß, ist es ein "echtes" in dem Sinn, daß ihr Vater es bei einer Schmiede in oder um den Ort Laguiole gekauft hat. Außerdem erzählte sie mir, ihr Großvater, der aus der Auvergne stammte, habe immer ein Taschenmesser bei sich gehabt und damit alle Alltagsverrichtungen erledigt, für die man ein Messer braucht (sie hat ihn damit essen sehen). Ob es ein Laguiole war, weiß sie nicht mehr, aber man kann es wohl vermuten.
Im vergangenen Jahr erst habe ich mich daran gemacht, ausführlicher im Internet zu recherchieren. Dabei bin ich natürlich relativ schnell auf die Seite "original-laguiole.de" gestoßen. Ein Detail am Rande: Ich erinnere mich noch, daß ich Warnungen vor Billigprodukten gesehen habe, deshalb habe ich als Suchbegriffe irgendwann "Laguiole echt" und "Laguiole original" eingegeben und so fand ich dann Ihre Seite :-)
Zunächst war ich von dem riesigen Angebot fasziniert, aber auch ein wenig ratlos: wie sollte ich prüfen, ob Mr. Laguiole ein seriöser Händler ist? Ich habe dann begonnen, Ihre Videos zu schauen, um mich näher zu informieren. Da bekam ich im Verlauf weniger Tage eine Fülle an Informationen über Griffmaterialien, die Biene, die Guillochage, den Stahl und die Schmieden. Nachdem ich eine ganze Reihe Videos gesehen und dabei viel gelernt hatte und nachdem ich gesehen hatte, mit wie viel Liebe zum Detail die Messer präsentiert wurden, war mir klar: wenn du dir ein Laguiole kaufst, dann hier!
Und so kam es zu meiner ersten Bestellung. Ich wollte am Anfang vorsichtig sein und kein zu teures Messer bestellen. So habe ich als erstes ein Le Fidèle plein Eisenholz mit guillochierter Biene bestellt, dazu ein Steakmesser-Set Laguiole Chevalier grey Seraphin stabilisiertes Pappelholz. Ich war begeistert und es war mir schnell klar, daß dies zwar die ersten, aber nicht die letzten Messer sein würden.
Das Messer von Le Fidèle mit seiner schlanken eleganten Form gefiel mir so, daß ich begann, es überall hin mitzunehmen und damit zu essen. Ich fand es am Anfang etwas schwergängig, es ist mir aber trotzdem ans Herz gewachsen, auch wenn es mit Abstand das einfachste und preiswerteste Messer meiner inzwischen gewachsenen Sammlung ist. Der Eisenholz-Griff in Plein-Ausführung hat eine gewisse schlichte Eleganz. Sie wissen, was ich meine :-)
So weit die Geschichte, wie ich zum Laguiole-Sammler wurde.
Inzwischen habe ich auch ein Gürteletui von Justine de Mérges und ein Aufbewahrungsetui aus edlem schwarzen Leder für vier Taschenmesser. Das Gürteletui trage ich jeden Tag bei mir (außer in der Sonntagsmesse) und wechsele auch immer wieder das Messer, das ich mitnehme. In meinem Stammlokal und bei meinen Freunden bin ich inzwischen bekannt dafür, mein eigenes Messer zum Essen zu benutzen. Ein Steak aber auch eine gutes Stück Fisch wird nur mit einem Laguiole geschnitten! Da ich auch gern Wein probiere, durfte auch ein Sommelier nicht fehlen.
Mittlerweile habe ich ein Dutzend Taschenmesser und so brauche ich neue Aufbewahrungs- und Präsentationsmöglichkeiten.
Ich mache mir die Freude, die Zusammenstellung der Messer in dem Lederetui immer wieder nicht nur anzuschauen, sondern auch zu wechseln. Mal lege ich vier Messer hinein, die sich in der Farbe der Griffe ähneln, ein anderes Mal Messer der gleichen Edition oder Schmiede oder auch Messer mit dem gleichen Griffmaterial in verschiedenen Maserungen und Farben.
Außer dem ästethischen Genuß und der praktischen Nutzung beschäftige ich mich auch mit Hintergrundwissen zu Laguiole-Messern (Geschichte, Stahl, Griffmaterialien, einiges davon aus Ihren Videos) sowie mit dem Schleifen. Da ich alle meine Messer auch benutze, wird irgendwann das Schleifen nötig.
Ich habe ein Bild meiner Sammlung gemacht, das ich beifüge. Es ist nicht besonders gut, ich bin leider kein begnadeter Fotograf.
Auf dem geöffneten Lederetui in den Gummischlaufen liegen vier Messer mit Pappelholz-Griff, als erstes der Pegasus von J M Cayron. Oberhalb des Pegasus liegen drei Messer von Laguiole du Barry aus der Edition BURAL.
Unterhalb des letzten Messers in der Schlaufe (Chevalier Laguiole Edition Gawain) liegt halb geöffnet das Chevalier Laguiole Edition Aveline Olivenholz mit Drop9-System.
Auf der linken Lasche des Etuis findet sich Le Fidèle CISELE Wacholderholz (es duftet wunderbar!) und auf der rechten Lasche das Le Fidèle plein Eisenholz (mein erstes Laguiole).
Ganz im Vordergrund zwei Messer mit Ebenholz-Griff: Laguiole en Aubrac guillochierte Biene brossé und Claude Dozorme guillochierte Biene brilliant.
Im Hintergrund schließlich die Utensilien für eine gute Flasche Wein: der Sommelier von Claude Dozorme Rebstockholz brilliant und Le St Vincent von Goyon-Chazeau.
Leider kommen die Messer nicht so gut zur Geltung wie auf Ihren Aufnahmen, ich habe das Bild nur mit meinem Tablet gemacht. "Live" ist die Sammlung natürlich schöner und so hatte ich meine Freude daran, die Messer anzuordnen.
Viele Grüße, alles Gute und bis bald,
Bernhard W.
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