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Laguiole Basiswissen Teil 2/3, Laguiole Merkmale: präsentiert von Mr. Laguiole

04.02.2020 26:03 Minuten 3.373 Aufrufe

Worum es geht

😍 mit der 3-teiligen Videoreihe über Laguiole-Basiswissen möchte ich dir die wichtigsten Begriffe aus der Laguiole-Welt Anhang von Beispielen erklären, so dass du leichter eine Entscheidung treffen kannst, welches Laguiole Messer für dich geeignet ist. Diese Videoreihe soll deine Orientierungshilfe in der Laguiole-Welt werden! Viel Spaß beim zuschauen und ich freue mich über dein Feedback dazu!

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Was Mr. Laguiole im Video sagt

0:00 Hi, hier ist Mr. Laguiole. Heute mit dem Teil 2 der dreiteiligen Videoserie über Basiswissen Laguiole. Heute werden wir die Merkmale eines Laguiole-Taschenmessels behandeln, wie zum Beispiel Schaft, Klinge, die Logierung, Größe, Sonderedition und anderes. Also, bis gleich!

0:41 In dieser dreiteiligen Videoserie gehe ich ein auf das Basiswissen von Laguiole-Messer. In dem Teil 1 dieser Videoreihe, könnte ich hier oben sehen, da habe ich allgemeines erklärt, zum Beispiel ist Laguiole eine Firma oder was heißt Claude Dozorme, Honoré Durand, wo sind die Unterschiede? Zwischen einzelnen Schmieden, was bedeutet Made in France, Made in China oder sogar Laguiole, Made in Laguiole und solche allgemeine Themen. In dem Teil 2 diesem Video, da gehe ich auf die Merkmale ein, eines Laguiole-Taschenmessers, zum Beispiel welche Logierungsarten gibt es, welche Größen gibt es, welche Klingelmaterialien oder Schraftmaterialien gibt es, wo sind da die Unterschiede?

1:24 Und in dem Teil 3 dieser Videoserie, da könnt ihr auch hier oben sehen, den Link dazu, da gehe ich ein auf die Emotion und Leidenschaft zu Thema Laguiole. Aber kommen wir jetzt zu diesem Video, zu Teil 2 und zwar habe ich hier eingeblendet die verschiedenen Kapitel, worauf ich eingehe und habe dann eben auch die Minutenzahl aufgeschrieben, sodass wenn dich ein bestimmtes Thema nicht interessiert, du direkt zu dem Kapitel vorspuren kannst, dass dein Interesse näher kommt. Da wäre Kapitel 1 Klingenmaterial. Die Schmieden benutzen in Frankreich hauptsächlich das Material, das Klingenmaterial, das Stahl von der Firma Sandvik in Schweden und da gibt es eben halt zwei unterschiedliche Arten.

2:12 Dazu kommt ja noch im Damaststahl in drei verschiedene Arten, die erkläre ich unter diesem Punkt. Punkt 2 wäre Schaftmaterial. Es gibt eine unglaublich große Vielfalt der Schaftmaterialien für die Laguiole-Taschenmesser und das liebe ich daran, weil es so unglaublich vielfältig ist. Das sind also verschiedene Hölzer, verschiedene Hörner, Mammutbackenzahn, Mammutstoßzahn, Warzenschweinstoßzahn, versteigerte Koralle und eine neue Ränzenlänge gesuchtische und Trockenhölzer, die natürlich zugelassen sind. In Teil 3 erkläre ich ja die Länge eines Laguiole-Taschenmesser. Was heißt das, wenn man sagt 12 cm Länge und welche Längen gibt es?

2:57 In Teil 4 geht es um die Schaftform. Das heißt, die Schaftform ist vielleicht ein bisschen verwirrend gesagt oder nicht genau passend. Es geht darum, dass der Griff entsprechend zwei Metallbacken hat, eine Metallbacken oder keine, die Edition Pläne zum Beispiel, wo das Material, das Griffmaterial über die gesamte Länge wirken kann. Zu Punkt 5, da geht es zum Thema Geloschierung. Das ist die Biene und das Ressort. Welche Arten gibt es? Der Röplatin ist geloschierte Biene, Klassik, wo sind die Unterschiede? Entsprechend werde ich da auch Bilder dazu zeigen.

3:31 Und Punkt 6, der letzte Punkt hier, sind die Sondereditionen. Und da werde ich entsprechend erklären, welche Art und Sondereditionen gibt es und wo sind da die Unterschiede? Punkt 1, Klingematerial. Die meisten Schmieden, die in Frankreich Lagertage Messer herstellen, benutzen, das ist der Stahl von der Schmiede Semvik in Schweden. Und zwar gibt es da zwei unterschiedliche Stahlarten, einmal 12C27 und neuerdings 14C28. Hier an der Seite könnt ihr die Merkmale und die Härte gerade von diesen zwei Stahlarten sehen.

4:11 Und man kann erkennen, dass 14C28 ganz geringfügig härter ist als 12C27. Also in der Praxis habe ich ja nicht so unbedingt die Unterschiede merken können. Beide lassen sich sehr gut schleifen, beide sind gleich scharf. Also das sind für mich eher so ein bisschen Marketingmaßnahmen, um sich zu unterscheiden von den anderen Schmieden. Denn 14C28 wird erst seit ein paar Jahren benutzt, während 12C27 schon seit vielen Jahrzehnten benutzt werden, um die Laguiole Messer herzustellen. Die Schmiede benutzt Stahl T30, das ist ein Stahl, das in Frankreich hergestellt wird.

4:55 Und diese Schmiede in Laguiole, die benutzt dieser Stahl und es muss dann in der Schmiede noch einmal erwärmt werden. So kann die Schmiede auch behaupten, dass es eine Schmiede ist und dass sie die Klinge dann schmiedet. Dafür kann diese T30 auch nicht unbedingt als rostfrei bezeichnet werden. Darf es auch nicht so bezeichnet werden. Es ist weitgehend rostfrei, aber im Grunde kann es theoretisch rosten. Aber auch da habe ich ja nicht so die großen Unterschiede zu den anderen Sandvik-Stähler aus Schweden sehen können.

5:27 Ich denke auch, dass sie sicherlich nur ein Marketing-Gag, um zu zeigen, dass das ganze Laguiole Messer aus Frankreich kommt, inklusive dem Stahl. Ja, dazu gibt es ja noch unterschiedliche Damaststähler. Und zwar gibt es einmal der Damast aus Japan. Hat ungefähr 30 Lagen. Da könnt ihr auch hier entsprechend im Bild sehen. Dann haben wir Balbach-Damast. Das wird von sehr vielen Schmieden genutzt. Das ist ein Damast aus Deutschland, von Balbach. Das hat 120 Lagen. Und dann haben wir noch einen Damaststahl mit 220 Lagen, das von den Schmieden selber hergestellt wird.

6:06 Das sind hauptsächlich zwei Schmieden, die das machen. Das ist einmal Honoré du Rhum. Das kommt aus Laguiole selbst. Und einmal Honoré du Rhum. Der Sitz hat ungefähr 20 Kilometer von Laguiole entfernt. Und diese zwei haben ja Schmieden selber ihr eigener Damast. Man kann auch sehen, das sieht völlig anders aus als der Balbach-Damast. Der Unterschied ist auch, dass die Schmieden praktisch damit auch das Design oder diese Musterung bestimmen können. Es ist aber dann nicht mehr rostfrei. Das heißt, Balbach-Damast und japanische Damast sind rostfreie Damaststähle.

6:39 Und dieser Damaststahl mit 220 Lagen, das von den Schmieden selber hergestellt wird, ist nicht rostfrei. Es bedeutet für dich letztlich, dass es ein bisschen mehr Pflege benötigt. Nach jedem Benutzen musst du wirklich bewusst darauf achten, dass du es wieder sauber machst. Mindestens mit deinem feuchten Lappen. Und wenn das geht, natürlich auch so oft wie es geht, entsprechend einölen. Wir haben auch hier, wie kannst du sehen, eine Spezial-Balsam entwickelt, um dieser Stahl, dieser Maßstahl zu schützen, damit es nicht zu Verfärbungen kommt.

7:14 Völlig ohne Verfärbung ist sehr schwer, so ein nicht rostfreierter Maßstahl hinzubekommen über Jahre. Aber man kann durchaus erreichen, dass er sich wirklich ganz, ganz wenig, minimal färbt. Die Färbungen sind dann so grau-brauner Art. Das sind so Ansätze von Rost. Aber wie schon sagte, durch eine ordentliche Pflege kann man das verzögern oder vermeiden. Allerdings muss dir der Bewusstsein, wenn du so einen Damast kaufst, dass du eben die Pflege übernehmen musst. Punkt 2, Schaffmaterial. Ich liebe es bei den Laguiole-Taschenmessern, dass die auch so eine riesengroße, unterschiedliche Anzahl von Schaffmaterialien hergestellt werden, dass man kaum bei einer anderen Messerart eigentlich trifft.

8:02 Viele heute hergestellten Taschenmesser benutzen die Kunststoffgriffe, weil die zum einen robuster sind, zum einen unempfindlicher, dann auch noch teilweise günstiger, nicht immer, aber teilweise günstiger und unempfindlicher gegenüber Wasser. Das ist bei diesen Schaffmaterialien, das im Laguiole-Bereich benutzt wird, leider nicht immer der Fall, beziehungsweise kaum der Fall, denn da werden benutzt zum Beispiel Hölzer. Wir haben eine unglaubliche Variation an Hölzer. Hier könnt ihr entsprechend ein paar sehen, dass einmal Olivenholz, Wacholderholz, dann haben wir auch ganz normal Eiche, dann zum Beispiel Bokote oder auch sehr schön haben wir Schlangenholz, das heißt Amoret, das sieht aus wie eine Schlangenhaut oder viele, viele andere Arten von Hölzer, grüner Eiche und Mooreiche und also ganz viele unterschiedliche Säuten.

8:57 Und dann kommt dazu noch eine große Auswahl an Hörner oder Zähne, wir haben zum Beispiel Warzenschwein, Stoßzahn oder Giraffenknochen, Kamelknochen, dann einfach ganz normale Knochen, die auch teilweise eingefärbt werden, die sehen sehr schön aus. Dann habt ihr natürlich die normalen Kuhhörner, dann Widerhorn, Hirschhorn, also wirklich eine große, große Auswahl an unterschiedlichen Hörner und Zähnen und ausnahmsweise auch mal außergewöhnliche Zähne, wie zum Beispiel Waldrosstoßzahn. Ja, das haben wir jetzt nur ein Stück gehabt, das kommt auch selten auf den Markt.

9:37 Alle Materialien, die benutzt werden, sind auf jeden Fall zugelassen, also brauchst du dir gar keine Säulen zu machen. Neuerdings benutzt man auch Materialien wie zum Beispiel Marmutbackenzahn oder Marmutstoßzahn, das sind relativ seltene Materialien und die Marmutbackenzähne, die werden in den Zwischenräumen mit Kunstharz gefüllt. Das ist auch vor allem deswegen überhaupt eine durchgehende Masse, einen Zahn zu haben, für den Griff geeignet. Aber man reicht damit auch unterschiedliche Färbungen, Rot, Grün, Blau, also das gibt ja die unterschiedlichen, wunderschönen Färbungen von Marmutbackenzahn, dass der Messer nochmal eine optische Antreiz natürlich ergibt.

10:22 Und sehr, sehr schön finde ich auch die versteinerte Koralle. Also ich hoffe, diese schnelle Einblendung hier könnt ihr ein bisschen nachverfolgen, ansonsten könnt ihr sprechen, vor- und zurückspulen. Das gibt wirklich wunderschöne Materialien und das schlägt sich dann auch in den Preis nieder. Vor allem, wenn man natürlich normale Olivenholz oder Kuchor nimmt, sind natürlich günstige Materialien, traditionelle Materialien. Wenn man die etwas exotischeren nimmt, dann steigt der Preis entsprechend nach oben. Punkt 3, die Länge eines Laguilmessers. Wenn man sagt, ein Laguilmesser ist 12 cm lang, bedeutet das, dass das Messer in geschlossenem Zustand eine Länge von 12 cm hat.

11:07 Da gibt es unterschiedliche Größen. Man fängt dann mit so 8 cm, 9, 10, 11, 12, 13 und 14 cm. Das normale oder das meistverkaufteste und auch meisthergestellte Länge ist 12 cm. Das liegt einfach daran, dass es in der normalen europäischen Hand, wenn man die Durchschnittshand hat, optimal hineinpasst. Die kleineren Taschenmesser, 10 und 11 cm, sind eher so für Damenhände oder auch für Herren. Wenn man es ständig bei sich haben möchte in der Hosentasche, dann ist natürlich eine kleinere Größe optimaler.

11:42 13, 14 cm ist eher selten. Das wird mehr für Sammelswerke benutzt oder auch als Jagdmesser. Es gibt auch von Laguiole Jagdmesser, die auch eine Arritierung der Klinge haben. Denn die meisten Laguiole-Taschenmesser haben nämlich keine Arritierung. Das Taschenmesser bleibt im geöffneten Zustand durch eine Feder. Und deswegen, wenn man es im Outdoor-Bereich benutzen würde, könnte es sein, dass natürlich, je nachdem wie man damit das ganze Hand hat, die Klinge auch unter bestimmten Druck zugeht. Und das ist natürlich zu gefährlich.

12:15 Deswegen würde ich ein Laguiole-Messer auch nicht unbedingt im Outdoor-Bereich nehmen, außer dieser Jagdmesser. Es sei denn, man ist natürlich vorsichtig. Aber ansonsten benutzt man Laguiole-Taschenmesser hauptsächlich zum Beispiel im häuslichen Bereich oder auch im Restaurant, um zum Beispiel Käse oder Wurst zu schneiden. Teilweise nehmen es auch die Benutzer oder die Kunden mit, um ein Steak zu schneiden. Denn jemand, der sich gut auskennt, in den Steak-Restaurants, hat ja schon immer wieder erlebt, dass dort die Messer nicht besonders scharf sind.

12:47 Und deswegen macht es eigentlich eine Freude, sein eigenes Laguiole-Taschenmesser mitzunehmen und damit das Steak zu schneiden. Punkt 4, Schaftform. Schaftform ist vielleicht nicht so ein ganz passender Begriff. Mir geht es hier bei diesem Punkt darum, zu erklären, dass der Schaft einmal so gebaut werden kann, dass es vorne und hinten zwei Metallbacken hat oder nur vorne eine Metallbacken oder die Pläne Edition. Dann ist es ohne Metallbacken. Das heißt, dass dieser Griffmaterial über die gesamte Länge wirken kann. Und ich finde, dass das außerordentlich interessant ist, die Pläne Edition, weil dann die Maserung, die Muskerung oder die Schönheit des Griffmaterials über die gesamte Länge des Griffes wirken kann.

13:30 Der Unterschied ist, wenn man die Metallbacken hat, wo die Nieten reinkommen, um das alles festzumachen, da kann man einfach draufhauen und auch mal fester draufhauen und dann entsprechend alles wegpolieren. Wenn man ein bisschen daneben gehauen hat, dann ist das gar kein Problem.

13:47 Wenn keine Metallbacken am Ende sind und ich da trotzdem die Niete hineintun muss und darauf haue, dann muss ich ganz besonders langsam und vorsichtig sein. Denn wenn ich daneben haue und eine Delle in dem Material mache, dann kann ich das nicht mal wegpolieren wie bei einem Metallstück, sondern das ist da zu sehen und ich muss das wegschmeißen und mal neu benutzen. Und diese Langsamkeit und Vorsichtigkeit, mit der man das ja macht, führt dazu, dass der Künstler natürlich, der Messermacherkünstler längere Zeit dafür braucht und auch mehr Material vielleicht weggeschmissen wird, sodass dann insgesamt normalerweise die Messer in der Pläne Edition etwas teurer sind als die Messer mit Metallbacken.

14:31 Aber ansonsten, die weitere Unterscheidung ist, dass die natürlich ein bisschen leichter sind. Je nach Schaftmaterial, wenn man zum Beispiel Holz nimmt, ist natürlich ein Holz, ein Griff in der Pläne Edition ohne die Metallbacken leichter, als wenn da zwei Metallbacken sind. Das Schöne ist, dass auch manche Schmieden dann die Metallbacken aus dem Messstahl anfertigen, was natürlich den Preis des Taschenmessers dann jenseits von 1000 Euro katapultiert, weil wirklich so viel der Messstahl wie die Backen, die so mit dem Endbacken dann dick sind, auch natürlich entsprechend teuer ist und auch schwer herzustellen ist.

15:13 Teil 5, die Geloschierung des Ressorts. Da haben wir in unserem Shop Original Lagjolde drei Unterscheidungen. Einmal die Classic Edition, die Geloschierte Biene und die double Platines. Und da gehe ich jetzt auf diese drei Begriffe ein, um die klar zu unterscheiden, damit man auch in dem Shop entsprechend sich besser zurechtfindet. Die Classic Edition hat die Biene angeschweißt oder geklebt und diese Biene, die hat sehr, sehr wenig Handwerksanteil. Diese Bienen werden durch Stanzen hergestellt, wirklich fast schon tonnenweise und die werden dann entsprechend schnell auf dem Ressort geklebt.

15:57 Das Ressort, könnt ihr hier auch im Bild sehen, ist auch sehr, sehr wenig verziert. Das heißt, insgesamt bei diesem Taschenmesser ist extrem wenig Handarbeit verglichen mit den anderen Taschenmessern. Und dadurch erreicht man, dass diese Taschenmesser unterhalb von 100 Euro verkauft werden können. Das ist gut für eine gewisse Abgrenzung gegenüber den Chinesen, weil die Chinesen kosten weit unter 50 Euro das Taschenmesser. Und um ein bisschen als Einstiegshilfe zu geben, haben die Schmieden diese Classic Edition ins Leben gerufen oder hergestellt.

16:36 Wobei das natürlich nicht so dieser große Kunstwerk ist, wie man sich das Laguiole herstellt. Aber es ist sehr gut als Einstiegsmesser, um zum Beispiel damit zu beginnen und zu gucken, wie ist eigentlich ein Laguiole-Taschenmesser? Wie kann ich sie benutzen oder vielleicht einfach für den Alltagsarbeiten einzusetzen? Denn der Stahl, also die Klinge und die Schaffmaterialien sind natürlich die gleichen wie bei den Taschenmesser für 400-500 Euro. Nur eben halt die Biene und das Ressort sind extrem einfach gehalten. Ja, ich mache das wieder draußen und deswegen hat man natürlich immer wieder auch Nebengeräusche.

17:13 Ja, dann haben wir die Edition gelöschierte Biene. Die gelöschierte Biene bedeutet, dass die Biene in einem Stück mit dem Ressort geschmiedet ist. Das heißt, das wird entsprechend auch vorgestanzt. Das wird dann erhitzt, einspeziert im Ofen, das könnt ihr hier sehen. Und dann verschweißt sich oder wird geschmiedet die Biene auf dem Ressort. Und dann beginnt die kunstvolle Handarbeit, wo die Biene tatsächlich gefeilt wird, verarbeitet wird, behandelt, so dass man eine schöne Biene hat. Und wie die Biene aussieht, wie fantasievoll oder verziert oder detailreich die Biene ist, das entscheidet der Messermacher selber, je nachdem, wie viel das Messer im Endeffekt später kosten soll.

18:02 Denn das Ressort und die Biene, das entscheidet letztlich, wie teuer das Messer sein wird. Denn je länger der Künstler die Zeit dafür benötigt, desto teurer wird das Messer. Und ich blende hier einige wunderschöne Bienen, die wahnsinnig kunstvoll hergestellt sind. Und da geht der Preis wirklich bis 1000 Euro und darüber hinaus. Da kann man aber auch wirklich glauben, dass das Messer so teuer ist, weil man wirklich die kunstvolle Arbeit erkennen kann. Und ich weiß, ich war ja da vor Ort, die Messermacher, die bearbeiten das Messer unter Mikroskop.

18:38 Und die schaffen zwei bis drei solche Taschenmesser pro Monat herzustellen. Mehr ist da nicht möglich. Und ja, wie scheint der Preis geht dann ab 100 Euro bis 3-4.000 Euro. Dann haben wir die double Platines. double Platines hat natürlich auch eine gelochierte Biene. Nur wir haben in dem Shop diese Unterscheidung gemacht, dass eine gelochierte Platine nicht double Platines hat. Eine double Platines, aber eine gelochierte Biene. Aber was bedeutet eine double Platines? Also wir haben die Biene und wir haben das Ressort, also der Rücken als Ganzes.

19:20 Das ist ein Stück Metall. Und dann haben wir rechts und links diese Griffhalterung. Das ist auch das Metall, wo die Griffe dann drauf montiert werden. So, dass wenn man von hinten guckt, könnt ihr hier sehen, hat man das Grund, dieses Grundmaterial, wo die Biene drauf ist. Und dann rechts und links nochmal jeweils eine Metallschiene, könnte man sagen, die eigentlich die Halterung ist für den Griff. Das ist die gelochierte Biene. Die double Platines hat zusätzlich zu dieser Konstruktion nochmal rechts und links von der mittleren Platine nochmal eine weitere Metallplatine.

19:58 Deswegen der Name double Platines. Es kommen zwei Platinen hinzu. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass der Künstler mehr Möglichkeiten hat in der Gestaltung und optischen Verzierung des Brückens. Das heißt nicht, dass double Platines besser oder kunstvoller gestaltet sind als die gelochierten Bienen. Es gibt gelochierte Bienen, die sind besser, die sind teilweise teurer als die double Platines. Sondern es ist einfach nur, dass der Künstler mehr Möglichkeiten, was daraus zu machen, mehr optische Differenzierungen, mehr optische Reize oder mehr optische Arbeit hineinzumachen.

20:38 Das ist zum einen der Punkt. Im zweiten ist ja, dass dieser Griff insgesamt breiter ist als bei einer gelochierten Biene. Das heißt, da muss man sich überlegen, bevor man es kauft, was möchte ich mit dem Messer machen? Möchte ich das Taschenmesser in der Hosentasche tragen? Dann würde ich nicht unbedingt den double Platines nehmen, weil es entsprechend breiter ist. Sondern ich würde eine gelochierte Biene nehmen, weil das in der Hosentasche natürlich schmaler ist. Wenn ich das Messer an einem Gürtel, in einem Etui, dann spielt die Breite ja keine Rolle.

21:09 Habe ich größere Hände, dann ist natürlich eine double Platines besser, weil das liegt einfach besser in der Hand. Die double Platines sind meistens über 100 Gramm schwer. Die gelochierte Biene, die beginnt ja schon bei 80 Gramm. Ist nicht so der große Unterschied, aber in der Haptik nachher ist schon dann doch deutlich zu merken. Also nochmal, die gelochierte Biene und double Platines sind gleichwertig. Das heißt, es ist nichts ein Doppelbesser von besser oder schlechter, sondern die unterscheiden sich in dem Gewicht und in der Breite und dann auch in der optischen Ausgestaltung des Röckens.

21:45 Punkt 6. Sondereditionen. Es gibt im Grunde zwei unterschiedliche Sondereditionen. Einmal die Sondereditionen, die die Schmieden selber kreieren. Das heißt, dass der Messermacher eine außergewöhnliche Biene macht, einen außergewöhnlichen Rücken oder außergewöhnlichen Materialien benutzt. Teilweise auch eine außerwöhnliche oder außergewöhnliche Form. Und da gibt es eben diese Sondereditionen. Zum Beispiel hat Laguiole-Mabrack die Sonderedition Porsche. Das heißt, es gibt da Teile in diesem Griff, dass aus Porsche Metallstücke hergestellt werden. Oder die Edition San Francisco, der Golden Gate Bridge. Das heißt, die haben ein Stück von dem Golden Gate gekauft, als die mal renoviert wurde.

22:29 Und wir erstellen aus diesem Metall des Golden Gate Bridge entsprechend Elemente in dem Taschenmesser. Das sind zum Beispiel Sondereditionen, die limitiert sind, bis dieses Stück Metall entsprechend zu Ende ist. Und da machen eben die entsprechende Sondereditionen. Die zweite Art von Sondereditionen, das sind solche, die wir machen. Zum Beispiel bei Rina, Laguiole. Wir setzen uns hin, überlegen uns, wie wir das Messer noch haben möchten. Welche Merkmale das haben soll. Biene, Ressort oder Schaffmaterial. Und sprechen mit den Schmieden.

23:02 Und entsprechend wird dieses Messer speziell für uns hergestellt. Als Sonderedition. Dann haben wir noch Taschenmesser, die eine besondere Lasergrafur auf der Rückseite der Klinge haben. Könnt ihr hier entsprechend ein paar davon sehen. Das ist auch so, dass wir dieses Muster kreieren. Eine Geschichte dazu. Und die lassen wir wunderschön entsprechend eingravieren. Und haben wir auch noch Taschenmesser, die besondere Edelsteine in den Griff eingebaut haben. Diese Editionen stehen bei uns. Die sind auch limitiert. Und die gibt es auch nur bei Original Laguiole.

23:37 Die machen das Messer noch einmaliger. Laguiole-Taschenmesser sind so alle mehr oder weniger Unikate allein. Durch die Form der Maserung mit dem Schaft von den Kulmaterialien her. Aber wir schaffen durch diese Sonderedition noch mehr Einmaligkeit. Noch mehr Besonderheit bei einem Laguiole-Taschenmesser. Und das schlägt sich allerdings dann auch in den Preis nieder. Diese Sondereditionen. Egal ob die jetzt von der Schmiede selber kommen oder von uns gemacht werden. Die sind natürlich etwas teurer als die normalen herkömmlichen Modelle. Du hast jetzt eine ganze Menge Informationen zu den ganzen Laguiole-Merkmalen.

24:13 Und du kannst natürlich gerne hin und her vorspulen, zurückspulen und die Stellen nochmal angucken. Wir haben eine ganze Menge an Taschenmesser auch im Hintergrund eingeblendet. Und ich hoffe, das war jetzt nicht besonders viel für dich. So, dass du dennoch durch das Vor- und Lüftspulen dir das nochmal in Ruhe alles angucken möchtest. Und wenn du das Teil 3 dieser Videoreihe angucken möchtest, zum Thema Emotionen und Leidenschaft, würde ich mich freuen, wenn du entsprechend, hier oben siehst du nochmal eingeblendet, das Video, den dritten Teil.

24:45 Und der erste Teil, wie ich eben schon sagte, geht zum Allgemeinen. Allgemein ein bisschen zum Thema Laguiole. Und was ich noch nicht behandelt habe in dieser Reihe sind zum Beispiel, wie wird ein Laguiole-Taschenmesser hergestellt. Dafür gibt es ja wahnsinnig viele Videos von anderen Mit-YouTuber, die das vor Ort in der Schmiede gemacht haben. Oder sogar mittlerweile von den Schmieden selbst als Werbemaßnahme, wo man genau sehen kann, wie die Laguiole-Taschenmesser hergestellt werden. Denn da bin ich nicht drauf eingeblendet.

25:15 Ansonsten würde ich mich freuen, wenn du meinen YouTube-Kanal abonnierst, damit du wirklich jedes Mal alle Videos zum Thema Laguiole sehen kannst. Ich stelle auch jede Woche ein bis zwei Videos vor, wo ich auch die einzelnen Taschenmesser vorstelle. Das ist jetzt dieser Videoreihe, ist jetzt mal so gemacht, dass ich kein Taschenmesser vorstelle, sondern allgemeinwissen versuche zu vermitteln. Und ich würde mich freuen, wenn du zum Teil 3 des Videos dieser Videoreihe mit dabei bist. Bis dann, next!

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 2004 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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