Was ist "guillochierte Biene" bei einem Laguiole-Taschenmesser? Wunderbar erklärt von Mr. Laguiole!
28.03.2020 13:23 Minuten 2.586 Aufrufe
Worum es geht
😍 Bist du ein Laguiole-Sammler oder faszinieren dich die Laguiole-Messer und möchtest mehr darüber wissen? Dann bist du in der YouTube-Videoreihe "Laguiole-Welt" von Mr. Laguiole genau richtig. In diesem Video bekommst du eine wunderbar anschauliche Erklärung von Mr. Laguiole, was genau eine guillochierte Biene bei einem Laguiole-Taschenmesser ist. Viele Beispiele mit Messer mehreren Schmieden und hervorragende Erklärungen helfen dir, einen objektiven Eindruck über die verschiedenen Begriffe aus der Laguiole-Welt zu bekommen.
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Was Mr. Laguiole im Video sagt
0:00 Hi, hier ist Mr. Laguiole heute mit der Frage, was ist eine gelochierte Biene bei Laguiole Taschenmesser? Ich werde erklären, wie diese hergestellt wird. Ich werde anhand von vielen Taschenmesser zeigen, wie eine gelochierte Biene aussieht und freue mich, wenn ihr dran bleibt. Bis gleich!
1:25 bei den Laguiole-Taschenmesser gibt es eine Menge Fachbegriffe, die damit einhergehen, wie zum Beispiel geloschierte Biene, Döbelplatine, Edition Plain und diese werde ich ja nach und nach in jeweils einzelnen Videos erklären. Heute geht es um das Thema, was ist eine geloschierte Biene. Ich werde erst mal zeigen bzw. erklären, wie eine geloschierte Biene entsteht und dann anschließend schauen wir uns einige Menge Messer mit geloschierten Biene und erklären dann, wo die Unterschiede sind. Also, wir haben erst mal diese Feder bzw. den Rückenteil des Taschenmessers und das ist erst mal ungeloschiert, also wirklich nur ein Stück Metall.
2:08 Auf der Oberseite dieses Metalls wird erst mal in einem kleinen Ofen ein Stück Metall hinzugeschmiedet. Das passiert durch eine sehr, sehr hohe Temperatur, wo das Messer beinahe schmilzt, sodass sich dieser Metall zusammen mit dieser Feder verbindet, eine Verbindung eingehen und praktisch wie ein Stück zusammenwachsen. Anschließend wird mit einer Matrize, die ist übrigens auch wirklich sehr, sehr teuer, da wird mit einer Matrize die Grundform, eine Grundform in diesem Stück Metall, das dazu geschmiedet ist, hineingebracht. Und hier sieht man als Beispiel keine Biene, sondern andere Formen.
2:46 Man kann übrigens nicht nur eine Biene auf dem Messer machen, sondern im Prinzip theoretisch jede beliebige Form. Es kommt darauf an, wie viel das Messer nachher kosten soll, welche Edition, also welche Menge gemacht werden soll. Auf jeden Fall, es wird praktisch auf der Oberseite dieses Rückens, an diesem neuen Stück Metall, was man da geschmiedet hat, eine Grundform erstmal mit dieser Matrize per Druck entsprechend angebracht. Danach beginnt die eigentliche Arbeit des Messermachers, denn wir haben eine Grundform, eine Urform, eine Biene, eine Bienenuhrform, auf der man das aufbauen kann.
3:28 Natürlich, je nachdem wie teuer das Messer ist, bleibt dann diese Urform weitgehend so erhalten. Das heißt, letztlich kommt es darauf an, wie lange ein Messermacher für diese Biene und den Rücken benötigt. So teuer ist nachher auch das Messer. Das heißt, um ein günstiges Messer zu erhalten, muss diese Biene und der Rücken erstmal ganz wenig gelochiert werden.
3:54 Das heißt, dass diese Taschenmesser bis 2, 3, 4.000 Euro kosten und dann werden die Bienen auch entsprechend viel, viel filigraner. Man kann dann am Rücken die Härchen sehen, man kann die Beinchen sehen oder eben halt bei anderen Tieren, zum Beispiel Korpion oder andere Gestalten, die man da macht. Je mehr Zeit, wie ich eben sagte, ein Messermacher in dieser Biene und Rücken verwendet oder verbringt, desto mehr kostet dann nachher das Messer. Teilweise wird das unter dem Mikroskop gemacht, diese Arbeiten und es ist sehr, sehr aufwendig.
4:28 Wir werden uns gleich jetzt die Taschenmesser angucken. Eine ganze Menge habe ich jetzt für euch vorbereitet, wo man wirklich die Unterschiede sehen kann, was eine gelochierte Biene ist. Und da werde ich auch ganz kurz zeigen, was eine double Platines bedeutet, wobei ich dann in einem getrennten Video nochmal das Thema double Platines erklären werde. Wir haben hier neun Taschenmesser, alle mit gelochierter Biene. Und wir werden jetzt hier gleich den Unterschied feststellen, von ganz, ganz einfach bis zu ganz, ganz kompliziert und aufwendig, von knapp über 100 Euro bis einige tausend Euro.
5:02 Aber beginnen wir hier ganz links und schauen wir uns mal die Taschenmesser an. Wie eben gesagt, haben wir hier eine Grundform an Laguiole Biene und die ist hier relativ einfach gestaltet. Das ist so ein Markenzeichen der Schmiede Le Fidele, dass die Biene zwar dreidimensional aussieht, aber durchaus kaum richtige Details hat und relativ einfach ist, was natürlich sich auch auf den Preis des Taschenmessers niederschlägt. Hier, ich zeige es mal in der Animation, kann man sehen, wir haben einmal diesen Rückenteil, von dem wir gerade gesprochen haben und in den Bildern auch gezeigt haben, wie das per Hand gelochiert wird.
5:42 Und hier sieht man auch in der Vergrößerung ziemlich gut, haben wir ein weiteres Metallelement. Das ist die eine Platine.
5:53 Ich werde gleich nochmal ein Taschenmesser zeigen mit double Platines, um den Unterschied nochmal ganz klar zu erkennen. Aber wir sehen hier, dass hier eine weitere Platine da ist und dass diese auch entsprechend gelochiert ist. Wir haben hier das Beispiel von einem Taschenmesser, von dem Preis her sehr günstig. Das ist die Platine, die hier ist, das ist hier aus Messing, die ist gar nicht gelochiert. Das heißt, die ist einfach so gerade eingesetzt und nur der Rücken und die Biene sind gelochiert.
6:23 Also das ist wirklich die einfachste Variante eines gelochierten Messers. Wenn wir hier weitergehen, haben wir hier ein Taschenmesser von Honoré Doron und hier ist die zweite Platine auch nur gerade. Genauso wie bei dem hier. Aber die Biene ist durchaus mehr, hat mehr Details. Auch ziemlich gleichmäßig, wie man sich anguckt. Und auch der Rücken hat, wie glücklich mit den anderen zwei, durchaus mehr Gelochierungen, mehr Verzierungen. Ganz extrem ist bei diesem hier zum Beispiel, da kann man sehen, dass hier wirklich auch dreidimensional die Gelochierung stattfindet.
7:02 Eingeritt, sondern wirklich auch in die Tiefe. Da sieht man auch, dass es eine weitere Platine ist, rechts und links der Mittelplatine. Die Biene ist ja auch fast die gleiche Form, wie wir vorhin gesehen haben in dem Bild. Und hier haben wir also ein weiteres Messer von Honoré Doron. Alle drei Taschenmesser sind von Honoré Doron. Und wir sehen hier eine wirklich sehr aufwendig verzierte Biene. Das ist praktisch eine Biene, die sich auf einer Blume befindet. Das ist eine besondere Edition, der Biene 01 von Laguiole Honoré Doron.
7:35 Und auch hier sind sehr, sehr schöne Verzierungen und eine spiralförmige Platine. Oft wird ja schon um die Platinen herum nochmal so ein Holz eingelegt hier, das auch teilweise andersfarbig ist, sodass man nochmal ein bisschen mehr optische Spannung erhält. Hier zum Beispiel sehen wir, es ist ein Stück schwarzes Ebenholz. Hier ist auch ein schwarzes Ebenholz. Das macht man oft bei versteinerten Materialien, wie zum Beispiel versteinerte Koralle oder Marmutzbackenzahn. Und hier in dem Fall auch, damit ein bisschen mehr optischer Kontrast erreicht wird zwischen dem Metall und dem Holz.
8:15 Hier haben wir ein zweifarbiges Holzelement, aber hier sieht man auch hier deutlich, zum Beispiel, das ist nur eine einzige Platine, die ebenfalls auch sehr, sehr schön hier gestaltet ist mit einer relativ einfachen Platine, Biene. Und bei diesem Beispiel kann man im Vergleich zu allen anderen erkennen, dass wir hier zwar ein Metallelement haben, neben der Hauptplatine, aber diese extrem breit ist. Wenn man sich hier die anguckt, sind die teilweise sehr, sehr, sehr dünn, aber hier haben wir wirklich sehr, sehr dick.
8:52 Das wirkt schon völlig anders als bei diesem Taschenmesser. Das liegt auch zu meinen daran, dass wir den Griff hier, ich zeige es dir mal kurz, der Griff hier ist aus Abalone und die Abaloneschalen sind meist relativ dünn, sodass man hier nicht so eine dicke Platine gemacht hätte. Da wäre dann insgesamt die Breite dieses Taschenmessers sehr, sehr dünn. Und hier kommen wir zu dem Künstler Philippe Voysier. Und hier kann man also wirklich erkennen, das sieht man auch in der Lupe jetzt, das wurde wirklich unter Mikroskop gemacht und auch die Biene hat ganz, ganz, ganz viele Details, wenn man sich da anguckt, sogar die Äderchen und hinten die Härchen oder hier auf das Auge.
9:35 Also das ist wirklich einfach ein Kunstgegenstand. Für mich ist ein solcher Laguiole-Taschenmesser kein Messer, sondern es sind Kunstwerke mit Schneidefunktion. Und auch den Rücken hier kann man sehen, diese Blätterchen, die er da gemacht hat, jedes einzelne wurde unter dem Mikroskop gemacht und aus dem Grund sind diese Taschenmesser auch entsprechend über 1.000 Euro wert.
9:59 Ich zeige jetzt auch ein double Platines-Taschenmesser als Vergleich dazu. Warum unterscheide ich das so? In unserem Shop original Laguiole.de haben wir die Kategorien Gierleucherte Biene und double Platines. double Platines, ich zeige mal hier das Messer. double Platines-Taschenmesser haben auch eine Gierleucherte Biene, denn die Gierleucherte Biene bezeichnet eigentlich nur, dass die Biene hier geschmiedet ist mit dem Rücken. Und double Platines bedeutet, dass hier zusätzlich, kann man hier ziemlich gut sehen, wir haben hier einmal eine Messingplatine und einmal eine Stahlplatine, zusätzlich zu dem mittleren Rücken.
10:40 In der Animation zeige ich das nochmal deutlich. Verglichen zum Beispiel mit diesem Taschenmesser oder mit diesem Taschenmesser sieht man ja ganz, ganz klar, dass wir hier nur eine Platine rechts und links von der Hauptfeder haben und hier zwei. Aber noch mehr Beispiele zu double Platines und neue Erklärungen dazu, mache ich in einem getrennten Video, wo ich da entsprechend auch mehrere Taschenmesser mit double Platines vorstelle und zeige, was das bedeutet. Der grundsätzliche Unterschied ist nicht nur, dass hier zwei Metallteile sind, sondern der Künstler hat einfach bei einer double Platines mehr Möglichkeiten, dadurch, dass er die auch noch geloschieren kann, hat er mehr Möglichkeiten, diese Platine entsprechend zu gestalten, so dass manche wirklich richtige, schöne Kunstwerke daraus entstehen lassen.
11:29 Wobei, wenn man sich das anguckt, und dieses hier, also ein Taschenmesser mit geloschierter Biene, wunderschön ausmacht, man muss ja nicht zwei Platinen haben. Das heißt, es hängt von dem jeweiligen Künstler ab, ob er diese zweite Platine wirklich ausnutzt und wirklich noch viel mehr Eleganz und Kunst in einem Messerrücken zu bringen oder eben nicht. Das Besondere hier bei double Platines ist, dass ihr auch auf der Rückseite entsprechend diese Platine sieht und somit auch nochmal optisch eine Aufwertung stattfindet.
12:05 Einige dieser Taschenmesser und die Erklärung von viel, viel mehr Begriffen findet ihr in meinen zwei Büchern, die ich geschrieben habe. Da sind sehr, sehr schöne, große Bücher, DIN A4 Format, jeweils 140 Seiten, zwei Bände gibt es davon zum Preis von 34,50 Euro und da sind auch sehr, sehr viele Bilder, teilweise über beide Seiten. Man hat also praktisch DIN A3 Format Bilder oder von einem Taschenmesser. Da sind auch viele Erklärungen zu den Begriffen, die ich auch jetzt heute erklärt habe.
12:36 Da sind aber auch Erzählungen von den Schmieden, Legenden. Das ist also für einen Laguiole-Sammler oder Begeisterter sicherlich das optimale Geschenk. Ja, ich hoffe, das Video hat euch gefallen. Ich würde mich freuen, wenn ihr meinen YouTube-Kanal abonniert. Ich mache zweimal die Woche jeweils ein Video und darum geht es ja um Messervergleiche, Laguiole-Vergleiche, um Vorstellungen von neuen Produkten oder um Begriffserklärungen. Ja, ich verbleibe bis zum nächsten Mal. Euer Mr. Laguiole.
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