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Wissenswertes aus der Laguiole Welt - Hochspannend, Teil 2 des Interviews mit Dr. Schepe

08.09.2020 33:12 Minuten 1.025 Aufrufe

Worum es geht

😍 Herr Schepe verfügt über ein unglaublich breites, fundiertes und umfangreiches Wissen über die Laguiole-Messer, deren Historie und auch noch kleine Geschichten zu den einzelnen Messer oder Schmieden. Das Interview voller wissenswerte Informationen aus der Laguiole-Welt haben wir auf 2 Videos aufgeteilt. Hier siehst du Teil 2 von 2. Herr Schepe präsentiert eine kleine Auswahl seiner besonderen Messer und teil sein Wissen über die Laguiole-Messer mit uns. Selbst beide Videos zusammen geben nur ein kleiner Einblick in seinen umfangreichen Kenntnissen, denn wir mussten aufgrund von Regen das Interview vorzeitig abbrechen. Weitere Interview sind aber geplant und ich freue mich noch mehr von ihm zu erfahren.

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Was Mr. Laguiole im Video sagt

0:24 So, und dann möchte ich abschließend nochmal diesen kleinen Exkurs mit der Firma Patrick Sannagy möchte ich nochmal abschließen. Nicht nur diese Auftragsarbeiten, wie du hier an der Gioschierung siehst und den sehr sehr ähnlichen Messer-Designs, wir würden sagen fast identisch, nicht nur auf die Marke des Kunden, war damals so in den 90er Jahren natürlich immer noch so ein althergebrachtes Muster, wo sich Thierre immer wieder im Zusammenspiel mit dem Kunden und mit dem Händler wieder darauf verständigt hat, nur den Händler und den Kunden in den Mittelgrund zu stellen, den Vordergrund zu stellen. Haben wir hier, das ist eines der letzten produzierten Messer von Patrick Sannagy mit der eigenen Firma. Da hat er sozusagen sein eigenes Logo mal ein bisschen selbstbewusster auch vorgestellt und da findest du jetzt schon, und das ist das Interessante dabei, mit der 12C27-Klinge findest du jetzt schon die heute üblichen Materialien, die nach meinem, was ich so im Laufe der Jahre mitgekriegt habe, ungefähr seit den späten 90er Jahren auch eingesetzt hat, diesen Sandwickstahl, vielleicht ein bisschen ein Jahr früher oder später, es kommt auf die Kutellerie an, auf die wir gucken,

1:53 hat er das hier mitverwendet und das ist das erste rostfreie Stahlmodell, was er sozusagen hier mit aufgebaut hat und hier hat er auf die Marke Maki, Makinux, zu diesem Firmenkreis, auf die eigene Marke produziert und das ist etwas, was wir auch heute noch so durchaus finden würden. Allerdings ist das heute das Segment von der Classic Edition und ein solches Messer würde heute vielleicht, je nach Kutellerie, zwischen 80 und vielleicht 110 Euro oder sowas kosten.

2:33 So, und dann machen wir jetzt mal einen gewissen Sprung erneut und gehen jetzt nochmal in Richtung, wie ging das denn eigentlich jetzt? Dieses hier ist jetzt ein Messer, was von der Forchsteller Joll da ist. Das heißt vielleicht weltweit, wenn du dich mit dem Thema Laguiole beschäftigst und möchtest jetzt ein Messer kaufen, das ist keine Marke Laguiole, das hat man versäumt, da gibt es viele Diskussionen und viel, viel Herzblut ist geflossen und viele, viele Tränen und Mühsalde wurden dort in Frankreich bis heute zu der Verwirrung immer noch, was ist denn Laguiole überhaupt, kann ich das schützen und so weiter mit vielen Folgefragen belegt.

3:31 Und da hat Laguiole erheblich beigetragen zu dieser ganzen Polemisierung und Problematik und Unsicherheit vor allem, gerade bei den französischen Kunden und zwar so dermaßen stark, dass nicht zuletzt auch Forchsteller Joll direkt darunter gelitten hat, finanziell, sondern auch hat dazu geführt, dass viele treue Kunden, die Laguiole gekauft haben oder Laguiole gesammelt haben, sich immer mehr umorientieren Richtung Tiermesser, denn Tiermesser sind geschützt und die können nicht kopiert werden, da gibt es gar keine Diskussion, wem was gehört, da gibt es keine Kopien aus China und insofern ist es ein stabiler Werdegang, diese Tierform, die heute nur von den Schmieden um Tier herum gefertigt werden und die haben die gleiche tolle Qualität wie Laguiole Taschenmesser auch und man ist aber jetzt 100% sicher, dass ein Tiermesser tatsächlich made in France ist und nicht diese ganze Problematik ist es jetzt in China, in Pakistan, heute kommen sogar sehr viele Laguiole Taschenmesser auch aus Afrika, so dass man durchaus, ich persönlich sagen kann, dass die ungefähr 80% der Taschenmesser, die verkauft werden unter dem Namen Laguiole, nicht handmade in France sind.

4:56 Das finde ich echt schade und ja, meiner persönlichen Meinung verdankt das auch sehr viel dieser Marke Forchsteller, die anfangs natürlich die Marke Laguiole sehr stark nach vorne gebracht haben, die dieser hohe Bekanntheitsgrad heute auch zum größten Teil der Marke Forchsteller Laguiole dann aber im Laufe dieses Prozesses genau dagegen gearbeitet hat und diese ganze Unsicherheit letztendlich mitproduziert hat. Ja, du hast es gerade gehört, aus erster Hand sogar, Mr. Laguiole ist da genau auch im Brennpunkt dieser Erfahrungen, die er gerade geschildert hat, mit drin Ich habe jetzt hier für dich ein Messer mal mitgebracht, das ist von Virgilio Muñoz Caballero, das ist ein Meister, Messermacher, ein Messerkünstler würden wir heute sagen, hergestellt worden.

5:58 Es ist auch ein klassisches Laguiole Messer und dieses klassische Laguiole Messer hat alle klassischen Eigenschaften, bis auf die Tatsache, dass es genietet worden ist, eben gerade nicht. Es ist eines derjenigen Messer, die in der Tradition selber halt auch aus Thiers, die sich inzwischen auch eingestellt hat, dass Griffe geschraubt werden, Platinen geschraubt werden, auch hergestellt worden. Dieser Meister Messermacher hat sehr viele Jahre bei der Forchsteller Yoll gearbeitet und dieses hier ist eines seiner ersten Werke, die er unter dieser Marke Forchsteller Yoll hergestellt hat.

6:49 Die Messer von Virgilio Muñoz wirst du immer zu der Zeit, wo er für die Forch gearbeitet hat, immer wieder hier am Ricasso, an der Fehlunschärfe erkennen, dass er da seine Anfangsnamenskürzel MV mit eingeprägt hat. Und natürlich das Forch-Logo, hier hast du das alte Forch-Logo noch, das ist aus der Zeit, wo Gérard Boisin, Chef der Forch, gewesen ist. Ihm ist zu verdanken, dass sozusagen dort aus einer Konkursmasse in Thiers das wesentliche Equipment von Sanset Angélie übernommen worden ist.

7:31 Und dort hat er auch seinen Werkstattmeister, den Jean Marcelier, mit übernommen, tragenen Kräfte bei der Forch. Und Virgilio Muñoz eben auch im Gefüge 1993, die Forch ist 1987 gegründet worden.

7:51 Und Virgilio Muñoz selber ist komplett in Thiers ausgebildet worden und hat dort in der Maison du Coutillerie, Das ist auch eine Künstler-Koutelier-Werkstatt, ein Atelier, wie wir sagen würden, etwas vornehmer gewesen, wo sehr viele bekannte, sehr hochgeachtete Persönlichkeiten aus der Messermacherbranche ihren Anfang genommen haben. Auch hohe Preise, wie den Titel des Milieu Ouvier de France gewonnen haben. Das ist in der Aussage, wenn wir das jetzt wortwörtlich übersetzen würden, der beste Handwerker in einer Handwerksdisziplin, in einer französischen Handwerksdisziplin.

8:39 Das sind im regelmäßigen Turnus für mehrere hundert handwerkliche Künste ausgeschriebene Wettbewerbe, die im Jahresturnus erhoben werden. Und diese Wettbewerbe sind hoch dekoriert. Die gibt es auch für die Disziplinen in der Besteckindustrie. Und zwar dreiteilig eben halt auch. Da gibt es einmal Bestecke, dann gibt es Jagdmesser und es gibt dann eben den Bereich der Taschenmesser nochmal traditionell. Und Virgilio Muñoz hat 1986 diesen Titel erworben und in dieser Maison ist er ausgebildet worden. Andere Namen dort sind zum Beispiel Angel Navarro.

9:24 Angel Navarro hat eine Silbermedaille bekommen. Genauso Robert Béonet. Robert Béonet. Robert hat zweimal den Titel gewonnen. Und dann schließlich auch noch Henri Villalillon. Henri Villalillon ist eigentlich ein Schmied. Das ist sein Kernmetier. Und auch er ist ein Milliard de Ouvier de France, der sehr viele andere auch ausgebildet hat. Viele Couteliers und auch neue Meisterschmiede auch hervorgebracht hat. Und hier sehen wir in nicht so höchst ausgerüstetem Design, wenn wir heute ein Messer von gerade Muñoz eben sehen, die sind sehr prächtig eben ausstaffiert.

10:12 Das ist alles eine Frage, wie viel ich bereit bin, als Sammler, als Freund solcher Messer auszugeben mit kostbaren Materialien. Es werden teilweise Juwelen werden verarbeitet, Diamanten werden verarbeitet. Es werden hochfeine Giochargen werden hier auf dem Rücken eingearbeitet. Oder hier auch ganz kostbare Bienen, die mehrteilig sind, auch funktionell sind, dreidimensional auch arbeiten. Oder auch, sag ich mal so, auf die Rückseite hier unten mal auftauchen. Auch so etwas gibt es. Ich finde hier gerade dieser Kopf, dieser Wildkopf sehr, sehr schön gearbeitet.

10:54 Und ich möchte mal kurz sagen, dass geschichtlich gesehen ist es tatsächlich so, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts das Know-how der Messermacher in La Giolle völlig verloren gegangen ist. Und erst, wie wir gesehen haben, in den 80er Jahren, Ende der 70er Jahren, die Produktion der La Giolle-Messer wieder in La Giolle zurückgeholt wurde, mit Wissen oder mit dem Know-how aus Thiers. Das heißt, sie haben tatsächlich teilweise nicht nur das Wissen, sondern auch die Mitarbeiter und die Werkzeuge aus Thiers zurückgeholt nach La Giolle und dort mit der Produktion begonnen.

11:31 Das heißt also, dass Thiers ein wesentlicher Beitrag hat, dass heute in La Giolle die La Giolle-Taschenmesser hergestellt werden. Wobei ich auch Diskussion jetzt eigentlich ein bisschen lenken möchte, dass für manche Schmieden, wie zum Beispiel Vorstellar, sehr, sehr wichtig ist, dass ein La Giolle-Messer aus La Giolle kommt. Wobei ich festgestellt habe, jetzt als Händler, dass für die meisten deutschen Kunden nicht wichtig ist, ob das Taschenmesser in La Giolle hergestellt wurde, sondern entscheidend ist, dass das Taschenmesser made in France ist, als unterscheidend natürlich zu made in China oder Pakistan und nicht so sehr dieser Schwerpunkt auf made in La Giolle gesetzt wird.

12:15 Zum Beispiel La Giolle-Nobrack ist ungefähr 20 Kilometer von La Giolle entfernt und hier sind ungefähr 200 Kilometer von La Giolle entfernt. Und wenn dir das Wichtige ist, dass ein Taschenmesser aus La Giolle gemacht wird, kann ich hier nur sagen, in unserem Shop findest du die Schmieden La Giolle Honore Durand, La Giolle du Barry, die dort direkt in La Giolle herstellen. Ben Tobrack hat auch da hergestellt, hatte auch in La Giolle seinen Sitz. Leider ist es vor einem Jahr Konkurs gegangen, sodass heute diese zwei Schmieden hauptsächlich La Giolle herstellen.

12:50 Und natürlich, wie eben gesagt, Vorsteller La Giolle, die praktisch zwischen, also geografisch gesehen genau, zwischen Honore Durand und La Giolle du Barry sitzt. Die sind alle drei zusammen, würde ich sagen, ungefähr so 300-400 Meter Entfernung voneinander. Ja, genau. Und hier, wie gesagt, findest du dieses klassische Design, aber eben nicht so riesig hochgerüstet sozusagen. Und das ist aus der Anfangszeit. Und ein Virgilio Munoz hat heute natürlich eine Expertise sich insgesamt, ein Standing in seiner Fanwelt auch erarbeitet. Er ist heute Pensionär, arbeitet aber selber.

13:36 Er hat sich selbstständig gemacht dort und ist heute auch, wenn man heute ein solches Messer auch, was noch einfacher ist, hier die Gio Charge hier, das würde man heute halt auch bekommen von jeder anderen Schmiede. Die ist hier auch mit der Pfeile gearbeitet, sozusagen. Das Herausragende, wie Mr. La Giolle gerade gesagt hat, ist hier wirklich der ausgravierte Hirschkopf sozusagen hierbei auch sehr fein. Das würdest du heute von ihm mit anderen Materialien, dies hier ist Schlangenholz, eine sehr, auch ein Hartholz, würdest du das natürlich auch für ihn nicht mehr für diesen Preis wie damals bekommen.

14:20 Da bezahlst du einfach auch den Namen mit. Und heute würdest du auch zusätzlich noch on top den Preis für eine solche Schmiede bezahlen.

14:32 Schau vielleicht einfach, wenn du Sammler bist, nach so historisch älteren Sachen durchaus, wenn es dir am Herzen liegt, wirklich eine Namensorientierung zu machen und Persönlichkeiten von Messermachern auch zum Thema zu machen. Manchmal hast du Glück und findest so etwas. Das ist aber auch wirklich selten geworden. Geh mal kritisch um mit solchen Preisen. Viele sind Fantasiepreise auch tatsächlich, die aufgerufen werden, die in derselben Qualität, wenn du über den Fachhandel gehst, wie zum Beispiel Mr. La Giolle, auch in einer gesicherten Qualität auch interaktiv, weil gerade Französisch, viele Messermacher selber sprechen ordinär Französisch, dort in gesichertem Fahrwasser dir auch erarbeiten lassen kannst.

15:25 Dann möchte ich weiter schwenken, wo wir jetzt gerade bei Persönlichkeiten sind. Da möchte ich meinen Top-Favoriten natürlich jetzt nicht ungeachtet lassen. Das ist Philippe Vouisier. Also ich bin kein Native Speaker. Die Betonung muss man immer sehen. Am besten man fragt ihn selber. Soll nicht despektierlich ihm gegenüber sein. Da habe ich ganz fantastische Sachen gekriegt, die ich maßgeblich eben von Mr. La Giolle alle bekommen habe. Ich bin da hoch zufrieden mit. Und wir werden diese Dinge auch immer wieder mal einsortieren.

16:08 Ich habe hier andere Messermacher auch noch dabei, die ich auch als sehr talentiert eben sehe, die eben vielleicht auch diese Preise, dieses Melier-Ovière de France für sich angehäuft haben oder einzeln auch gewonnen haben. Das werden wir dann sehen. Und ich möchte dir, gerade weil es eben halt auch, wie ich finde, für mich ein total toll gearbeitetes Messer eben auch vorstellen. Ich glaube, das hast du auch schon mal in einem Video vorgestellt. Deshalb wird es nicht in der Ausführlichkeit jetzt vorgestellt.

16:46 Aber es ist einfach ein wunderschönes Messer. Und wenn du gerade mal so ein bisschen geguckt hast, bei dem alten Schinken-Kollars, sorry, soll nicht despektierlich sein, wie das, wie ich mir einen abgebrochen habe und dann hier diese Klinge einfach als Qualitätsmerkmal für dich, wie das geöffnet wird, wie das verarbeitet ist hier, double Platines nochmal mit der Guéochage sehr fein ausgeführt hier auf der Außenplatine hier sozusagen. Und dann hier natürlich die Rückenfeder. Dafür ist Philippe Woy sehr in der Fachwelt, genauso wie auch bei vielen Sammlern sehr bekannt, dass er eben diese wahnsinnig feinen Rückenarbeiten hier macht, dass er hier schon immer auch diese Dreidimensionalität in seiner Biene halt auch sehr in den Vordergrund stellt.

17:42 Und wie gesagt, wenn du jetzt der Meinung sein solltest, dass es gerade dieses Dekor dir sehr häufig begegnet, dann geh einfach mal auf seine neue Webseite drauf. Dann wirst du sehen, dass er noch ganz andere Dinge auf der Pfanne hat. Und ich glaube auch, Mr. Laguiole, da gibt es auch immer wieder Sachen, du musst immer dir auch vorstellen, Philippe Woy sehr, ist ein Coutelier, der das völlig im Alleingang erledigt. Das heißt, er macht den Einkauf alleine, der besorgt hier die Materialien, der macht hier ein aufwendiges, klassisches Design.

18:15 Dieses Design ist nicht geschraubt, sondern genietet. Der baut die Messer als Grundgerüst auf und er peilt dann genau an und richtet das Design genau aus und dann fängt er an und zerlegt das nochmal. Dann fängt er an mit der Gravur hier und dann passt er die Materialien an, baut es wieder zusammen und passt dann alles genau hier an. Das hier alles, er ist Werkzeugmacher, dessen solltest du dir immer bewusst sein. Das ist eine der Schlüsselqualifikationen, die wir heute im Maschinenbaubereich haben.

18:50 Mit hoher Präzision arbeitet er sozusagen mit Nicht-CNC auf der Genauigkeitsstufe, weil er eben auch mit Lupe arbeitet und mit Mikroskop arbeitet hier stichelt auch, wie ein Zahntechniker das auch tut, im Mikrobereich. Und auch eigenen gebauten Tools, das kannst du alles mal selber recherchieren auf seiner neuen Webseite. Und da macht er ganz tolle Dekore. Und wenn dich auch immer noch das stören sollte, weil du gewohnt bist, naja, vielleicht weil du denkst, ich bin ja Designer oder ich bin ja jetzt Mechatroniker ist einfach CNC-Genauigkeit, dann kann ich dir trotzdem ihn empfehlen, weil er nämlich für das, was er fertigt, absolut Top-Qualität eben auch leistet.

19:46 Und diese Dinge, wenn du ein Vuisère-Messer in Frankreich wieder verkaufen willst oder musst oder wie auch immer deine finanzielle Lage ist, du wirst es immer los und häufig auch mit einem kleinen Obolus oben drauf noch. Und noch was, wenn dich jetzt hier die Klinge mal stören sollte und die Klinge, du der Meinung sein solltest, diese Klinge für den Preis, den ein solches Messer dir möglicherweise, wie auch immer, dann nach deinem eigenen Empfinden als sehr hoch vorkommt und du da eher eine Damasklinge vermutest, solltest du vielleicht einen Schritt auch nochmal reflektieren für dich selber.

20:31 Philipp Wohy sehr gehört zu den Messermachern, wenn du ihn selber machen lässt und so ticken halt auch alle anderen, das solltest du dir auch immer wieder klar machen und ich werde es dir auch gleich nochmal zeigen, wenn du sie gewähren lässt, dann haben sie eine eigene Berufsphilosophie, des Messers, als Messerkünstler selber auch eben einschätzen. Und sie würden sich selber extrem schwer tun, wenn sie aus eigenem Antrieb und zwar auf die Hauptdesignelemente, das ist Griff, Form des Griffes, Verformung des Griffes über Skulptieren, das heißt hier Schnitzereien mit verschiedenen selbstgebauten Werkzeugen sozusagen einzubringen, ist die Rückenfeder gemeinsam mit den Platinen, das nächste ist dann die Biene und schließlich halt auch die Klinge und die On Top, die Ocharge sozusagen oben auf der Klinge.

21:33 Das sind die Design-Elemente, mit denen sie hauptsächlich fertigen. Dann solltest du dir immer darüber im Klaren sein, dass ein Messermacher immer auf ästhetische Ausgewogenheit, in Haptik und Optik Wert legt. Wenn du jetzt der Meinung sein solltest, es muss alles zum Maximum getrieben sein, das heißt also hier mikrofeine Diorcharge oben drauf und hier ein Damastmesser mit einem, weiß ich nicht, Explosionsdamast zum Beispiel, exklusiv hergestellt, von Weissier zum Beispiel, oder eben halt auch eine dreidimensionale Biene mit beweglichen Flügeln oder sowas, oder hier auch, wenn du hier die Nietung siehst, das ist ein Unterthema hiervon, das muss hier alles nochmal mit Messingrosetten untersetzt sein und dieses hier muss gepunst sein, wie auch immer und dann hier die Randgiochargen müssen sozusagen auf den Platinen sozusagen Platinen übergreifen, auch dafür werde ich dir Beispiele noch zeigen, gleich geführt sein, dann würdest du ein unästhetisches Modell Weissier, wenn der Schnitz zum Beispiel und dir hier vorne eine Damastklinge drauf macht, würde nie auf die Idee kommen, dir hier nochmal eine Rückengiossage von dem Feinheitsgrad wie hier zu empfehlen und eine dreidimensionale Biene.

23:00 Das wäre dann einfach zu viel. Das ist zu viel und er würde dann mit dem Preis einen Faktor 2 bis 3 automatisch höher gehen, als wenn du ein einfaches Design, also mit den Zusatzelementen von ihm einfordern würdest. Und das würde auch ein Pierre Martin tun und das tut auch ein Philippe Weissier, genauso wie ein David Dovillière das machen würde. Eigentlich jeden Vigilio Muñoz Cavaliero und Robert Béonet würden wir gar nicht erst fragen drum, die machen das selbstredend.

23:31 Richtig. Die lächeln dich an und sagen, du kommst zu mir, Robert Béonet, und besuchst mich auf dem Lande und kannst dann mit mir mal essen gehen und dann werde ich dir den Preis mit der Rechnung unter dem Teller nochmal zeigen.

23:47 Also überleg dir das gut, nicht alles auszureizen. Und du musst es ja auch hinterher wieder verkaufen sozusagen. Und dein Invest wird dann, wenn du so ganz super teure Messer bis 10.000 Euro anvisierst, musst du dich auch damit auseinandersetzen, dass dann jemand von dir verlangt, dass du eben damit sehr sauber gearbeitet hast. Du kannst da nicht einfach mal hingehen und mit der Klinge irgendwas machen, sondern man möchte dann eben halt auch ein nagelneues Stück besitzen, auch aus zweiter Hand dann.

24:22 Und man möchte auch eine Historie von dir als Nachweis haben, dass du immer so, wie du dann auch das Messer behandelt hast, dass das garantiert ist. Sei dir darüber eben klar. Also man kann durchaus auch sagen, dass hochwertige Laguiole-Taschenmesse durchaus auch als Kapitalanlage angesehen werden können. Ja, unbedingt. Und das ist aber jetzt hierbei, sage ich mal so, in einem Rahmen, so wie du ihn auch eben bei Mr. Laguiole auch in seinem Shop auch vorfinden würdest. Du kannst natürlich jetzt um Faktoren nach oben kannst du natürlich öffnen, aber das musst du dann selber organisieren, gegebenenfalls durch die Vermittlung.

25:04 Und ein ähnliches Taschenmesser ist dieses hier mit Warzenschwein gearbeitet. Auch das, glaube ich, hast du vorgestellt.

25:14 Wunderschön. Der Gesamteindruck in Brosee, die Klinge und mit 12C27. Ich nehme das häufiger auch mal mit ins Büro. Ich zeige das nicht jedem, aber ich denke immer, ich habe was Gutes in der Tasche. Also das ist schon was. Und sowas wiegt halt auch, das merkst du halt auch, 100 Gramm und mehr. Und das ist wunderbar auch verarbeitet. Und das merkst du.

25:45 Dieses Taschenmesser mit dem Frosch finde ich ja wirklich äußerst interessant. Ja, das ist auch eine interessante Geschichte. Auch das hier ist wieder einer der Messermacher, die dahinter steht. Das ist hier Jean-Michel Caillor. Jean-Michel Caillor ja in der Schmiede Honore Durand entdeckt worden. Er ist ein Jungtalent, hat in den 90er Jahren angefangen im Talentwettbewerb und ist mittlerweile doppelter meilleur Auvière de France. und er hat eine ganz fantastische Idee entwickelt. Er hatte nicht nur da gearbeitet, sondern er hat sich dann hinterher halt auch mit Wend-en-Brac hat er auch eine Zeit jetzt gearbeitet.

26:32 Wend-en-Brac gibt es nicht mehr. Können wir vielleicht gleich nochmal am Rande ein paar Vermutungen anstellen, warum es sie nicht mehr geben könnte.

26:42 Und dieses hier ist ein Themenmesser. Dieses Messer heißt Miss Meteor und das ist ja der Laubfrosch sozusagen und das Messer erzählt eine Geschichte. Du hast hier was eben halt hier besonders ist eine Leiter, die hier sozusagen oben ja im Stil Ciselin en Burin gefertigt worden ist mit einem Gravierstichel ausgemeißelt Gravierarbeiten und auch mit einem Stichel eben entsprechend fein bearbeitet, dass man hier auch die feinen Konturen sieht von dem Holz, aus dem die Leiter sein könnte und oben so eine Froschgravur drauf und dann hat er die Leiter hier oben noch weiter fortgesetzt.

27:27 Jean-Michel Cairon ist natürlich auch dafür bekannt, die Geschichten und Themen eben mit den Messern verbindet und er hat hier eine Plane Edition gemacht, das wirst du immer wieder auch finden, solche Messer und er nutzt dafür immer ganz gerne den 14C28 Stahl mit der Klinge hier in der Brose-Ausführung. Auch das ist ein wunderbar gearbeitetes Messer, was sozusagen hier auch mit einer Stahlplatine gesetzt ist und dann hat er hier noch einen Glasfaser- Liner dazwischen gesetzt, um einfach hier den Kontrast mit dem Grün nochmal herauszuarbeiten.

28:13 Und wenn du jetzt sagst, naja, das Laguiole-Design, das ist so ein altbackenes Format, das ist ja vielleicht jetzt 150 Jahre alt und okay, der Griff ist irgendwie geschwungen, kannst du sagen. aber es gibt halt auch die Stilelemente, die das Messer einfach in die heutige Zeit hineinkatapultieren, so selbst erzählte Geschichten hierbei, das ist ein wirklich fabelhaftes Ost-de-Giraff, was er hier verwendet hat, also den Knochen vom Giraffen eingefärbt, hat er selber gemacht, hier unterschiedliche Grüntöne, wie das nun mal so ist, und so etwas kannst du in Auftrag geben, sozusagen, auch immer wieder.

28:57 Transparenz über Mr. Laguiole, so etwas, dass so etwas hergestellt wird, da sind die Messermacher offen, aber du musst immer fair bleiben dabei, wenn du jetzt alles festlegst und dem Messermacher jeglichen Freiraum lieferst, wirst du wahrscheinlich etwas Statisches kriegen, das wirst du auch gesagt bekommen. das ist richtig, also wir bieten auch die Möglichkeit der Sonderanfertigung, wo du praktisch dann statt der Biene oder wie hier einen Frosch darstellt, du kannst dir gerne im Internet deine Figur, ein Insekt, ein Tier oder andere Figuren aussuchen oder selber zeichnen, der Messermacher wird dann natürlich versuchen, deinem Wursch entgegenzukommen, allerdings, und das muss natürlich bei der Bestellung auch klar sein, es ist keine Kopie, das heißt, der Messermacher wird auf gar keinen Fall eins zu eins das, was du dir vorstellst, machen, sondern da kommt nur seine Kreativität hinzu und das ist eigentlich auch das Schöne bei einem Taschenmesser oder bei einem Künstler, dass eine Kreativität hinzukommt und ich muss sagen, wir haben echt viele Sonderanfertigungen verkauft und wir haben bis jetzt noch nicht eine einzige Beschwerde, das Problem ist natürlich, du kannst das Messer

30:06 nicht mehr zurückgeben, es ist eine Sonderanfertigung speziell für dich, aber ich kann sagen, es gibt immer, zumindest bis heute, eine hundertprozentige Zufriedenheit der Kunden, denn die Messer, Künstler machen das Messer nicht schlechter, wenn die die eigene Kreativität hineinbringen, sondern es wird dich eigentlich so gut wie immer überraschen, was sie für tolle Einfälle und was für tolle Kunstwerke die entsprechend machen. Designs hier wirst du auch heute immer wieder auch im Shop von Mr. Laguiole auch sehen, ein Pierre Martin baut dir solche Messer, du wirst solche Messer auch in vielleicht noch besserer Qualität wirst du die bei Renaud Düron finden, hier ist aber halt was mal so ein bisschen Ofen hervorholt sozusagen, hier ist die Biene andersrum mal gebaut und das ist auch nicht so von jedem Kotelier beliebig so aus der Hand zu schütteln oder so.

31:00 Die Idee ist nicht neu, das macht ein Robert Béonet, der baut die auch hier unten sozusagen hin und ein Virgilio Munoz oder ein Rambeau von der Vorsteller Joll, die können das natürlich auch. Also, habt ihr einfach Vertrauen, wenn du was Außergewöhnliches haben willst, kannst du die Messer auch zeichnen lassen auf der Klinge oder hier auf der Innenseite des Ressorts sind durchaus viele Messermacher bereit, sofern sie, wenn sie jetzt nicht angestellt sind, bei den Firmen das auch zeichnen können und so weiter.

31:36 Kriegst du auch immer Zertifikate dazu durchaus, wenn du das möchtest, werden auch selber geliefert.

31:44 wir sind hier in der freien Natur und ja, so gut wie will, hat es angefangen zu regnen. Wir müssen das leider unterbrechen, ansonsten werden die Taschenmesser auch nass. Ich hoffe, du hast viel Spaß gehabt an dieser zweiteiligen Videoserie und wir werden sicherlich Herrn Scheppe auf jeden Fall noch einmal interviewen. Der hat dann noch viel mehr Wissen, noch viel mehr zu sagen, noch viel mehr Taschenmesser zu zeigen. Insofern freue ich mich heute schon auf die nächste Begegnung mit Herrn Scheppe.

32:12 An dieser Stelle noch mal vielen, dass Sie Ihr Wissen mit uns geteilt haben und ja, wir freuen uns auf das nächste Mal. Dankeschön. Immer gern geschehen und ich danke erstmal dem Mr. Lagjoll natürlich, das hier zeigen zu können überhaupt, weil das ist ja nicht so ganz offensichtlich, dass überhaupt jemand mal so telegen ist und auch vor die Kamera tritt und auch einfach mal letzten Endes. Es ist ja auch eine Frage, wie viel das kostet und so weiter und nicht jeder ist bereit, mal das zu zeigen, was er hat.

32:49 Dankeschön.

32:52 Tschüss.

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Justin Jernoiu - Mr. Laguiole
Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Justin Jernoiu (Mr. Laguiole) erstellt. Seit 2004 beschäftigt er sich mit original französischen Laguiole-Messern und betreibt die weltweit größte Spezialisierung auf handgefertigte Laguiole-Messer.

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